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Sandra Redmann

SPD 28.09.2022 Sitzungen 20/7

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich versuche jetzt einmal, der Regierungskoalition zu erklären, was sie mit dem Antrag wahrscheinlich gemeint hat. (Beifall Dr. Heiner Garg [FDP]) Ich werde das mit ein paar Beispielen auch für Herrn Buchholz erläutern und Ihnen ein paar Infos liefern. Am Montag war ich in Stodthagen, für mich einer der schönsten Wälder mit Hoch- und Niedermoor und Moorgrünland. Da ist es wohl kein Wunder, dass es eines der am stärksten frequentierten Gebiete während der Coronazeit war. Der Andrang war immens, die Parkplätze überfüllt, das angrenzende Wohngebiet komplett zugeparkt, und an einigen Gabelungen – ich habe so etwas wirklich vorher - Mittwoch, 28. September 2022 399 noch nie in einem Wald gesehen – gab es Staus. Schon immer war Stodthagen ein beliebtes Ausflugsziel, wie auch viele andere Schutzgebiete in Schleswig-Holstein. Wir wünschen uns ja auch – das ist mehrfach gesagt worden –, dass Menschen Natur erleben, verstehen und genießen können. Es gibt zahlreiche Informationen vor Ort, in unterschiedlicher Form präsentiert. Es ist doch wirklich super, wenn vermittelt wird, warum Naturschutzgebiete notwendig sind. Die Coronapandemie hat das Freizeitverhalten aber tatsächlich massiv verändert, leider zum Teil auch zum Schlechten. Dass gerade in der Zeit der Drang sehr groß war, sich draußen zu bewegen – ganz klar, das ist gesagt worden, das kann ich abkürzen –, ist verständlich. Was allerdings nicht verständlich und nicht akzeptabel ist, ist das Verhalten einiger Besucherinnen und Besucher. Die Schleiregion, liebe Birte Pauls, war besonders betroffen, hier insbesondere durch Wassersportlerinnen und Wassersportler, die sich nicht an die Regeln hielten und die eine große Gefahr unter anderem für den Brutvogelschutz darstellten. Die Störung für die naturschutzfachlichen Ziele war teils so extrem, dass zum Beispiel Reesholm kurzzeitig gesperrt werden musste. In Holnis ist mittlerweile das Naturschutzkerngebiet für Radfahrerinnen und Radfahrer gesperrt. Gehalten wird sich leider kaum daran. Müllberge und Zerstörungen im Schäferhaus, auf dem Übernachtungsplatz Wildes Schleswig-Holstein standen viel mehr Zelte als eigentlich vorgesehen, es wurde Müll hinterlassen, es wurde Feuer gemacht. Und auch dort gab es massive Zerstörungen. Um nur die besonders belasteten Gebiete in Schleswig-Holstein einmal zu benennen: Wendtorfer Lohe, Gelting, Schwansen, Himmelmoor, Nordoe, Winderatter See und Postseefeldmark. Viele von Ihnen kennen diese Gebiete. Die Schutzgebietsbetreuerinnen und -betreuer, vom Land unter anderem das LLUR, Försterinnen und Förster und auch das Team der Stiftung Naturschutz haben in der Zeit echt einen verdammt schweren Job gehabt. Ich möchte mich im Namen der SPD-Landtagsfraktion herzlich für das Engagement bedanken. (Beifall SPD und Sybilla Nitsch [SSW]) Und auch bei den Mitarbeitenden des Ministeriums und beim Minister bedanke ich mich für den netten Bericht. (Serpil Midyatli [SPD]: Der war nett!) Ok, so viel jetzt zur Situation. (Sandra Redmann) Liebe Kolleginnen und Kollegen, nun fragen wir uns: Wozu jetzt eigentlich der Landtagsantrag? Eigentlich ist es doch ein ganz klassisches Thema für den Umwelt- und Agrarausschuss. Da kann der Minister berichten, wir können Fragen stellen – zumindest die SPD, wenn man den letzten Ausschuss nimmt. (Heiterkeit Serpil Midyatli [SPD]) Also wirklich: Bei aller Wichtigkeit des Themas, was präsentieren Sie uns denn jetzt hier? Es sollen konkrete Maßnahmen vorgestellt werden, aber wo sind die? Warum beantragen Sie einen Bericht, wenn die wirklich wichtigen Antworten gar nicht gegeben werden? Die Diskussion um die Ranger, die gibt es schon viel länger. Das ist doch nichts Neues. Die wesentliche Frage ist: Wo werden denn die Ranger des Landes angesiedelt, und wie werden die Ranger ausgestattet? Das ist die Frage, die Schleswig-Holstein interessiert, und ausgerechnet die beantworten Sie nicht. (Beifall SPD und SSW – Zuruf Jette Waldinger-Thiering [SSW]) Naturparke haben zum Teil schon Ranger und haben weiteren Bedarf angemeldet. Aber auch Gemeinden und Kreise, auch beispielsweise Fehmarn, haben Interesse bekundet, Speicherkoog auch. Ich könnte so viele nennen. Die Liste ist eben sehr lang. (Dr. Kai Dolgner [SPD]: Das Interesse des Kabinetts ist begrenzt!) Die Stiftung Naturschutz hat in Zusammenarbeit mit der Stiftung Wildtiere im Norden bereits die Stiftungswacht gegründet. Im Vordergrund steht, Herr Minister, das haben Sie vorhin auch angedeutet, Umweltbildung, aber auch die Betreuung betroffener Gebiete. Im Nationalpark haben wir bereits Ranger, die erfolgreich arbeiten. Also was jetzt? – Wir nehmen den Bericht zur Kenntnis. Schön, dass Sie uns hier eine Bestandsaufnahme gegeben haben. Den Rest erledigen dann wir im Ausschuss. So hätten wir es aber auch gleich machen können. – Vielen Dank. (Beifall SPD, FDP und SSW)

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