Katja Rathje-Hoffmann
Herr Präsident! Meine sehr geehrten, lieben Kolleginnen und Kollegen! Man konnte es gar nicht glauben, man konnte es gar nicht fassen, als man hörte, dass die Sprach-Kitas keine Förderung vom Bund mehr erhalten. Wir vom Land haben die Hälfte davon bezahlt, und das ist eine wichtige Geschichte gewesen. Das, was der Minister erzählt hat, dass es jetzt das KiTa-Qualitätsgesetz gibt, (Zuruf) (Katja Rathje-Hoffmann) – Entschuldigung: der ehemalige Minister Garg –, das nun das Gute-KiTa-Gesetz ablösen soll, ist nicht durchdacht. (Zuruf FDP – Serpil Midyatli [SPD]: Sie hat das vielleicht verwechselt!) – Ja. – Die Extramittel für das Projekt Sprach-Kitas bleiben auf der Strecke. Wie ich es wende und drehe, es kommt nicht genug an. Das Programm ist von Berlin aus gestrichen. Wir haben 70 Millionen Euro aus dem Gute-KiTa-Gesetz bekommen, und wir bekommen 70 Millionen aus dem künftigen KiTa-Qualitätsgesetz. Die Summe für die Sprach-Kitas fehlt. Insofern müssen wir noch einmal warten, ob vielleicht noch etwas kommt. Die sprachliche Bildung im frühkindlichen Bereich unterstützt gerade auch die Kinder, die nicht Deutsch sprechen; das haben wir schon gehört. Bundesweit gibt es 6.500 Sprach-Kitas. Bei uns in Schleswig-Holstein gibt es 221 Sprach-Kitas. Das ist ganz schön viel. Ungefähr jede achte Kita ist eine Sprach-Kita, und das muss auch so bleiben. Diese sollen nun ab dem kommenden Jahr wegfallen. Alle betroffenen Fachleute, vor allem Erzieherinnen und Erzieher, SPAs und die Wohlfahrtsverbände, auch die Eltern können es kaum fassen und verstehen diese Entscheidung überhaupt nicht. Sie sind entsetzt. Die Anzahl der Kinder, die nicht altersgemäß Deutsch sprechen können, sinkt nicht, sondern steigt kontinuierlich. Hier haben wir den klassischen Fall, dass an der falschen Stelle gespart werden soll, nämlich an den Kleinsten. Die Bildungsund Teilhabechancen der Jüngsten werden durch diese falsche Entscheidung des Bundes und der Berliner Ampelkoalition eklatant verschlechtert, und das in einer Situation, in der wir allein aus der Ukraine schon eine Million Flüchtlinge bei uns haben; das sind vorwiegend Frauen und Kinder. Einen schlechteren Zeitpunkt für so eine Ankündigung kann man sich gar nicht vorstellen. Wir erwarten von den Beteiligten der Berliner Ampelkoalition – von der SPD, der FDP und so weiter –, (Heiterkeit BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN –
