Sophie Koch
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich habe, ehrlich gesagt, nach der Ausschusssitzung eine deutlich sachlichere Debatte erwartet, vor allem eine Debatte, die dem Thema deutlich mehr angemessen wäre. (Beifall SPD, BÜNDNISGRÜNE und vereinzelt CDU) Ich möchte mich im Namen meiner Fraktion ausdrücklich für den Bericht und für die Arbeit der Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Frau Dr. Nancy Aris, und ihrer gesamten Geschäftsstelle bedanken. Außerdem will ich gleich Herrn Hentschel-Thöricht und der BSW-Fraktion widersprechen. Ich sage ganz klar: Ja, wir brauchen eine Landesbeauftragte. Ja, wir brauchen sie und ihre Kolleginnen und Kollegen. Das ist kein Entwederoder zu Gedenkstätten. Beides ist unfassbar wichtig. (Beifall SPD, CDU, BÜNDNISGRÜNE und Staatsregierung) Als ich 2012 und 2013 meinen Freiwilligendienst in diesem Bereich absolvieren durfte, war es vor allem Neugierde, die mich angetrieben hat; denn auch dagegen muss ich widersprechen: Die DDR hat bei mir im Geschichtsunterricht so gut wie gar keine Zeit eingenommen. Ich bin froh, dass all die Arbeit mit Zeitzeugen, die Bücher, die Veranstaltungen mir diesen Teil der ostdeutschen Geschichte näher bringen konnten als vielleicht meine eigenen Eltern und Verwandten. Aufarbeitung ist vor allem dann erfolgreich, wenn sie die nächste Generation erreicht. Für junge Menschen, die nach 1990 geboren sind – so wie ich –, ist die DDR Geschichte. Wir kennen nicht den Alltag, wir kennen auch nicht Überwachung, Repressionen und fehlende Meinungsfreiheit aus eigener Erfahrung. Das heißt, es ist umso wichtiger, dass uns vermittelt wird, was diese Begriffe konkret für das Leben von Menschen bedeuten. Genau das leistet Frau Dr. Nancy Aris als Landesbeauftragte mit ihrem Bildungsteam. Besonders wichtig sind die schon genannten Zeitzeugengespräche. Schülerinnen und Schüler können so Menschen begegnen, die politische Haft erlebt haben, geflohen sind oder sich in der Opposition engagiert haben. So wird Geschichte greifbar, und nur so können wir verstehen, was das für die Gegenwart und die Zukunft bedeutet. Menschen wie ich, die nach 1990 geboren sind, können die DDR nicht aus eigener Erfahrung kennen. Ab er wir können zuhören, Fragen stellen und dadurch verstehen, was Menschen erlebt haben. Dass das möglich ist, auch dank Ihrer Arbeit, Frau Dr. Aris, dafür möchte ich mich im Namen der SPD-Fraktion ausdrücklich bedanken. Vielen Dank, und machen Sie weiterhin so gute Arbeit. (Beifall SPD, CDU, BÜNDNISGRÜNE und Staatsregierung) Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Vielen Dank. Es sprach für die SPD-Fraktion Frau Kollegin Koch. Es folgt für die BÜNDNISGRÜNEN Frau Dr. Maicher; bitte schön.
