Mike Moncsek
Frau Präsidentin! Ich habe 10 Sekunden vergehen lassen, um Sie einmal bewusst merken zu lassen, wer dem Thema Aufmerksamkeit entgegenbringt und wer nicht. Ich sage Ihnen etwas: Ich war bis zur Mitte dieser Rede eigentlich begeistert von dem, was Sie gesagt haben. Jetzt sage ich Ihnen ein paar Fakten: Menschenrechtsakte Helsinki 1975. Das Dilemma: Der Westen setzte die Anerkennung der Menschenrechte durch, Herr Honecker unterschrieb. Die Folgen wurden für ihn zum Bumerang. Das SED-Regime bekam Ausreisewillige, die sich auf das beriefen, was darin steht. Das ist die Helsinki-Akte von 1975 über Menschenrechte. Das können Sie gerne einmal nachlesen. Ich bin einer derjenigen, der unter dem gelitten hat, was Ihr Kollege gerade von Bespitzelung gesagt hat. Ich bin ein Ausreisekandidat, ich durfte das alles selber miterleben. – Wir gehen weiter: 1977 gab es 8 400 Anträge. (Jörg Schmidt, CDU, steht am Mikrofon.) Geendet hat das 1989, die Stasi hat alles perfekt aufgeschrieben, mit 73 838 Fällen. Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Möchten Sie eine Zwischenfrage zulassen?
