Michael Kretschmer
Ich finde, es ist einer der ganz großen Erfolge, die wir miteinander feiern können, die wir aber auch hart erarbeitet haben. Wenn man heute auf Europa schaut, sieht man ganz klar: Es gibt einen Ort, in dem Mikroelektronik sehr stark ist und der für sich eine solche Kraft hat, dass jeder, der in diesen Bereich investieren will, zunächst erst einmal nach Dresden kommt. Das haben wir gemeinsam geschafft. So sieht Wirtschaftspolitik auch aus: Fokussierung, vor allen Dingen als kleineres Land, auf wenige Themen, die man dann groß macht. Ich empfehle jedem, die Chance zu nutzen, wenn es die Möglichkeit gibt, nach Taiwan zu fahren, weil man dort sieht, welches Potenzial noch vorhanden ist und was dabei alles möglich ist. Wir müssen Vorsorge betreiben. Wir brauchen weitere Industriegrundstücke. Wenn es möglich ist, weitere Fabriken anzusiedeln, brauchen wir diese Flächen. Diese haben wir zurzeit nur im begrenzten Maße. Deshalb wird daran intensiv gearbeitet. Es geht um die Wertschöpfungskette. Wir sind im Gespräch mit großen Industrieunternehmen im Automobil- und Maschinenbau, weil es bei denen darum geht, eigenes Chipdesign zu entwickeln. Das ist eine Konsequenz aus den Entwicklungen der letzten Jahre, als Produktionen angehalten worden sind, weil einzelne kleine Mikrochips fehlten. Jetzt versucht man immer mehr, in den Betrieben und Unternehmen auf eigene Souveränität zu setzen. Das wollen wir hier in Dresden, zum Beispiel mit der Gläsernen Manufaktur oder in Chemnitz, mit dem dortigen Chipdesigncenter ermöglichen. Wir müssen dafür sorgen, dass Integration stärker wird, also mehrere Komponenten zusammen, beispielsweise Sensorik und Aktorik, mit dem Thema Chip verbunden werden. Das ist auf jeden Fall eine Möglichkeit, diese Wertschöpfungskette zu stärken. Ich denke, dass in der Zukunft hierbei sehr viel möglich ist. Deshalb sage ich noch einmal: Wir müssen im Bereich der Bildung, der Wissenschaft, der Forschung, bei den Studiengängen, aber auch bei der Technologieförderung am Ball bleiben und eine starke Stimme in Berlin und Brüssel haben, weil dort entschieden wird, in welchen Bereichen Förderung in Größenordnungen in den nächsten Jahren möglich ist. Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Die Redezeit ist abgelaufen. Das war eine Punktlandung. Es gibt eine weitere Frage von der CDU-Fraktion. Die Zeit dafür ist noch vorhanden. Am Saalmikrofon 6 sehe ich Herrn Kollegen Oliver Fritzsche; bitte schön.
