Wolfram Günther
Herr Präsident! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Auch für diesen Entschließungsantrag gilt das, was ich bereits zum Gesetzentwurf gesagt habe: Es ist eine vertane Chance. Wir haben uns intensiv fachlich eingebracht. Einige Punkte in diesem Entschließungsantrag erkenne ich wieder, weil sie uns wichtig waren. Ich möchte meinem Kollegen Lange vom BSW mitgeben, dass wir unsere Weidetierhalter intensiv unterstützen, und zwar auf bundesweit hohem Niveau. Das ist in den vergangenen Legislaturperioden aufgebaut und weiter ausgebaut worden. Dafür gab es große Zustimmung der Weidetierhalter in Sachsen. Das ist bundesweit einmalig, ebenso die Unterstützung mit Landesmitteln und erstmals auch über EUMittel, die wir damals erkämpft haben. Das ist ein Erfolg. Davon haben Sie noch nie etwas gehört. (Heiterkeit BSW) Deshalb können Sie sich Ihre billigen Ideologiedebatten sparen. Das ist abgedroschen, das ist peinlich. Es zeigt nur, dass Sie sich mit dem Thema nicht auskennen. (Unruhe im Saal) Ich will ein Wort dazu sagen, warum wir diesem Entschließungsantrag nicht zustimmen können: Man hat uns nicht zur Mitarbeit eingeladen. Es geht auch schon beim ersten Satz los, und zwar mit der „Ansiedlung“ des Wolfs in Deutschland. Es hat zu keinem Zeitpunkt eine Ansiedlung von Wölfen in Sachsen gegeben. (Zuruf AfD: Was?) 1998 ist das erste Wolfspaar wieder in der Muskauer Heide aufgetaucht. Auch in den Jahrzehnten davor – seit der Ausrottung des Wolfs im 18. Jahrhundert – gab es immer wieder durchziehende Wölfe. (Zuruf AfD: Der Wolf ist nie ausgerottet worden!) Man hat sie immer wieder geschossen. Damals entschied man sich, die Wölfe nicht mehr zu töten, sondern ihre weitere Vermehrung zuzulassen. Eine Ansiedlung heißt, man bringt Tiere aktiv hierher. Es gibt nicht einen einzigen Wolf, den jemand aktiv nach Sachsen gebracht hat. Schon diese Begrifflichkeit ist schlichte Demagogie. Man hat zugelassen, dass sich der Wolf wieder ausbreitet. Bitte nehmen Sie das zur Kenntnis. Das ist ein Begriff, der in der Bevölkerung den Eindruck erweckt, als würde man ihr aktiv etwas aufzwingen. Das hat nicht stattgefunden. Man hat Natur einfach wieder Natur sein lassen. Das war ein Erfolg. Das war ein Bruch mit einer jahrzehntelangen, fast 200-jährigen Politik. Vielen Dank. (Beifall BÜNDNISGRÜNE) Vierter Vizepräsident Albrecht Pallas: Es sprach Herr Kollege Günther für die BÜNDNISGRÜNEN. Es folgt Herr Kollege Berger. Sie haben das Wort. (Unruhe im Saal) Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bitte auf den letzten Metern noch um Ruhe. Das schaffen wir gemeinsam. Danke schön.
