Wolfram Günther
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn wir über den Automobilstandort Sachsen reden, reden wir nicht über irgendetwas, sondern allein mit VW über den mit Abstand größten Industriearbeitgeber, den wir in diesem Land haben. Neben VW haben wir noch BMW und Porsche. Sachsen ist heute noch Automobilstandort, nicht nur in der Vergangenheit. Dass es die Wiege des Automobilbaus ist, wurde schon oft genug gesagt. Dass das Ganze jetzt zur Debatte steht und dieses industrielle Rückgrat in Sachsen auf der Kippe steht, ist die Folge von sehr vielen Fehlentscheidungen, die viele Leute getroffen haben, die das nicht selbst ausbaden müssen. Ausbaden wird es am Ende die Region. Selbstverständlich muss man den VW-Konzern dabei als ersten adressieren. Es waren einfach Fehlentscheidungen, wie man in der Vergangenheit investiert und auf welches Pferd man gesetzt hat. Jetzt endlich wird auf einmal ein vollelektrischer Kleinwagen angezeigt, und schon explodieren die Vorbestellungszahlen. VW produziert bereits eine ganze Weile im Freistaat Sachsen an einem seiner modernsten Standorte, der übrigens am besten in den Kostenstrukturen ist, (Jan-Oliver Zwerg, AfD: Das stimmt nicht!) Elektroautomobile, klimaneutral. Obwohl das das industrielle Rückgrat des Freistaates ist, hört man – auch vom Ministerpräsidenten und von der größten Opposition – ständig irgendetwas von Verbrennern. Das ist in etwa so, als hätte man vor 100 Jahren auf das neueste Modell der Kutschen gesetzt und nicht aufs Automobil. Die Zukunft ist vollelektrisch, einfach deshalb, weil es das Effizienteste ist. Genau das müssen wir unterstützen. Dafür braucht es Rückhalt. Es geht dabei nicht nur um VW, sondern auch um die gesamte Zulieferindustrie, die sich darum entwickelt hat. (Jan-Oliver Zwerg, AfD, steht am Mikrofon.) Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Gestatten Sie eine Zwischenfrage?
