Dr. Frank Kromer
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die angekündigte Schließung des Werkes von GlaxoSmithKline in Dresden versetzt den rund 650 Beschäftigten, darunter etliche Auszubildende, einen tiefen Schlag. Ihnen droht der Verlust ihres Arbeitsplatzes – und das in der pharmazeutischen Industrie, einer Branche, der sonst noch recht gute Wachstumsaussichten attestiert werden. Das heutige GSK-Werk geht auf das Sächsische Serumwerk zurück, das im Jahr 1911 auf Initiative des Dresdner Unternehmers Karl August Lingner gegründet wurde. Damit blickt der Standort auf mehr als 150 Jahre Impfstoffund Pharmageschichte zurück. Noch jüngst wurde im GSK-Werk in Dresden investiert. Doch das zukünftige Wachstum von GSK wird laut Konzernstrategie vor allem in den Bereichen HIV, Onkologie, Immunologie und neue Impfstoffplattformen betrieben. Die Produktion klassischer Grippeschutzimpfstoffe fällt offensichtlich nicht darunter. Entsprechend begründet GSK seine Entscheidung zur Schließung mit einer weltweit rückläufigen Nachfrage nach diesen klassischen, insbesondere Hühnerei-basierten Grippeimpfstoffen sowie mit bestehenden Überkapazitäten. Dann rücken Maßnahmen zur Konsolidierung und Kostenoptimierung in den Vordergrund. In einem Vergleich der konzerninternen Werke zwischen den Standorten Dresden und Ste-Foy in Kanada wurde entschieden, die Produktion am Standort Kanada zu konzentrieren. Das bedeutet den Verlust hoch qualifizierter Industriearbeitsplätze. Es bedeutet aber auch den Verlust an Fachpersonal und pharmazeutischer Produktionskompetenz für Sachsen, für Deutschland. Das gilt es abzuwenden. Ohne bereits Einzelheiten der Entscheidungsfindung zu kennen, ist doch deutlich, dass wir hier nicht den Wettbewerb um einen Standort gegen ein Land, das konkurrenzlos niedrigere Arbeits- und Umweltstandards hat, verloren haben, sondern gegen das Industrieland Kanada. Jedoch sehen wir deutlich, dass die Bedingungen dort offensichtlich andere und günstiger sind als bei uns. Der Ministerpräsident hat das soeben ausgeführt. (Jan-Oliver Zwerg, AfD: Welche Erkenntnis! –
