Jan-Oliver Zwerg
Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kollegen! GlaxoSmithKline ist in Dresden ein großer Player. Wir hatten dort eine Produktion über viele Jahrzehnte laufen. Ein Freund von mir ist dort Schichtleiter. Deshalb: Einige Aspekte, die andere sonst nicht erfahren, erfahre ich von ihm in regelmäßigen Abständen. Die Produktion, beispielsweisen von Grippeimpfstoffen, ging in den letzten Jahren deutlich zurück. Es waren einmal circa 50 Millionen. Im Jahr 2026 sind es circa 30 Millionen gewesen. (Zuruf Daniela Kuge, CDU) – Hören Sie zu, damit Sie etwas lernen! Für das Jahr 2027 ist die Auslastung bei circa 15 Millionen geplant gewesen. Auch die sogenannte Lohnabfüllung ist zurückgegangen, das heißt, dort wird das Serum in Behältern angeliefert und als Lohnabfüllung betrieben. Es gibt noch den Standort in Marburg, für den es auch nicht so gut ausschaut. Dass der Konzern intern Maßnahmen ergriffen hat, um umzustrukturieren, und Anteile an andere Unternehmen verkauft hat, ist klar. Ich möchte aber Folgendes betonen: Die deutschen Bürger, die in Dresden arbeiten, haben sich in den Jahren etwas aufgebaut. Mein Freund, der dort Schichtleiter ist, hat sich ein Haus gebaut. Er hat drei Kinder, er hat etwas zu verlieren. Das ist doch unsere Wunschvorstellung, dass sich unsere Menschen im Land weiterentwickeln können, gute Arbeitsplätze haben und auch mal drei statt 1,3 Kinder haben. Meine Damen und Herren! Wie wäre es, Herr Kretschmer, wenn die Bundesregierung auf die Idee käme, statt „Whatever it takes“ für das Militär „Whatever it takes“ für die Wirtschaft auszugeben? (Beifall AfD – Zuruf Ministerpräsident Michael Kretschmer) Herr Kretschmer, Sie zerstören die Existenz von Menschen in diesem Land. (Zuruf CDU: Oi, oi, oi!) Sie zerstören diese mit Ihrer Partei. Die CDU ist seit Jahrzehnten in den Regierungen vertreten, genauso wie die SPD. (Beifall AfD) Was im Moment abläuft, ist noch nie in diesem Land abgelaufen. Diesbezüglich brauchen Sie sich nicht hier hinstellen und eine Rede halten, wie schlecht der Konzern ist. Sie sind mitverantwortlich – definitiv. Sie haben das über Jahre schleifen lassen – Sie und Ihre Partei. Heute stehen Sie, Herr Kretschmer, dem machtlos gegenüber. Sie können nun den Satz sagen, den Ihnen ohnehin schon alle in den Mund gelegt haben: Sie und Ihre CDU haben fertig! (Beifall AfD – Zuruf Peter Wilhelm Patt, CDU) Ich spare mir aufzuzählen, woran es liegt, dass Unternehmen dieses Land verlassen und den Standort Deutschland aufgeben. Vielen Dank. (Beifall AfD – Zurufe)
