Susanne Schaper
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Erst einmal vielen Dank an Herrn Dr. Eppinger und auch in Richtung der Sozialdemokratie für die sachliche Debatte. Ich freue mich, dass wir hierüber so eine Einigkeit haben. Ich würde mich noch mehr freuen, wenn Sie Ihr ganzes Gewicht – das meine ich jetzt nicht persönlich – (Heiterkeit) nach Berlin tragen und versuchen würden, wirklich etwas zu verhindern. (Zuruf Thomas Thumm, AfD) Weniger ist mehr. Ich komme noch einmal darauf zurück: Wenn das Leid psychisch erkrankter Menschen noch nicht alle davon überzeugt, dass geplante Kürzungen ein Fehler wären, dann helfen vielleicht folgende Fakten: Leid, das aufgrund von Mangelsituationen in der Psychotherapie nicht gelindert wird, taucht später an anderer Stelle wieder auf: in Kliniken, in der Jugendhilfe – wie meine Kollegin klug beschrieb –, in Arztpraxen, auf den Wartelisten und am Ende auch in den Haushalten der Länder und Kommunen. Im Jahr 2024 sind durch psychische Erkrankungen rund 147 Millionen Arbeitstage ausgefallen. Über 60 Milliarden Euro an Kosten durch Lohnfortzahlungen und Produktivitätsverluste sind entstanden. Psychische Erkrankungen gehören längst zu den häufigsten Ursachen für Krankschreibungen und Frühverrentungen. Wer hierbei kürzt, spart also nicht, sondern schiebt die Rechnung lediglich weiter. Das zeigt auch ein Blick in die Psychotherapiepraxen. Schon heute arbeiten viele Therapeutinnen und Therapeuten in Sachsen auf halben Versorgungsaufträgen. Wenn nun noch die Budgetierung hinzukommt und die Finanzierung weiter zusammengedrückt wird, bedeutet das: weniger Sitzungen, weniger Kapazitäten und am Ende deutlich weniger Behandlungsplätze. Es geht also nicht um ein bisschen Verwaltungsoptimierung, sondern um Versorgungslücken, die ich schon als Krater bezeichnen würde. Deswegen, liebe Kolleginnen und Kollegen: Setzen Sie sich an der richtigen Stelle ein und sorgen Sie dafür, dass wir eine Gelegenheit bekommen, die Defizite ausgleichen zu können, wenn es der Bund nicht hinbekommt! Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Schönen Dank. (Susanne Schaper, Die Linke: Ich musste mich beeilen, ich hatte keine Zeit mehr!) Es sprach für die Antragstellerin in einer dritten Runde Frau Kollegin Schaper. Gibt es weiteren Redebedarf? – Das kann ich nicht erkennen. Dann folgt für die Staatsregierung Frau Staatsministerin Köpping; bitte.
