Ina Klemm
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Frau Schaper! Liebe Linke! Ich verstehe Ihr Ansinnen und den sozialen Gedanken, der hinter Ihrem Antrag steckt. Ehrlicherweise: Sie wären nicht Die Linke, wenn Sie nicht einen solchen Antrag stellen würden. Ich gebe zu: Ich war ein wenig überrascht darüber, wie viele Haushalte in Deutschland jährlich von Stromsperren betroffen sind – immerhin 210 000 Haushalte. Jede einzelne Geschichte dahinter ist sicherlich berührend und auch traurig. Das betrifft im deutschen Schnitt etwa 0,5 % der Haushalte. In Sachsen liegen wir mit 0,69 % – Sie haben es vorhin bereits gesagt: Das sind die Zahlen, die uns bekannt sind – ein Stück über dem Durchschnitt, wobei mir nur die Zahlen der Großstädte vorgelegen haben. Doch auch, wenn ich den Hintergrund Ihres Antrags durchaus verstehen kann, möchte ich vorausschicken, dass wir dem Antrag natürlich nicht zustimmen können. Die Gründe möchte ich Ihnen aus Ihrem eigenen Antrag herleiten. Ihr Antrag fordert unter anderem einheitliche sozialverträgliche Standards für den Umgang mit Strom- und Gassperren. Diese einheitlichen Standards gibt es eigentlich schon. Es geht damit los, dass der Rückstand mehr als das Doppelte der monatlichen Abschläge überschreiten muss. Das heißt, es sind zwei Monate Zeit, sich darüber bewusst zu werden, dass man nicht in der Lage war, –
