Barbara Klepsch
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen Abtgeordnete! Noch heute sprechen viele voller Begeisterung von der 1. Landesausstellung 1998 im Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau. Danach folgten Ausstellungen in Görlitz und in Torgau. Ich glaube, allen ist die letzte Ausstellung in Zwickau und der Region noch in Erinnerung geblieben; sie stand damals ja unter dieser besonderen Voraussetzung der Coronapandemie. Danach stellte sich für uns die Frage: Soll es eine weitere Landesausstellung geben? Wenn ja: Wo soll diese Landesausstellung stattfinden? Im Juli 2021 kamen wir in Meißen mit ganz unterschiedlichen Partnern zusammen, und es war Atomenergie ist die absolut teuerste Energieversorgungsart, die wir kennen. (Unruhe AfD) Das beste Beispiel ist doch Hinkley Point in Großbritannien. Die Briten würden das gar nicht zu Ende bauen, wenn sie es nicht für ihre Atom-U-Boote brauchen würden. Es ist momentan die teuerste Energieerzeugungsart, und wir brauchen mindestens zehn, wenn nicht 15 Jahre, um sie herzustellen. (Zuruf AfD) Wir kämpfen aber jetzt um unsere Energieerzeugung, um einen guten Energiemix und günstige Energie für die Zukunft. Deshalb müssen wir jetzt einen Realitätscheck durchführen, und das tun wir. Ich bitte da einfach, zuzuhören. Vielen Dank. (Beifall SPD) Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Vielen Dank. Es gab keine Redezeitüberschreitung; das war jetzt eine Punktlandung. Gibt es weiteren Redebedarf? – Das kann ich nicht erkennen. Damit ist die dritte Aktuelle Debatte abgeschlossen. Tagesordnungspunkt 1 ist beendet. Meine Damen und Herren, ich rufe auf Staatsregierung für Kultur und Tourismus: Geschichte greifbar machen. Sächsischen Landesausstellung 2029 sehr schnell klar: Das Stadtjubiläum Meißen 2029 soll Anlass sein, die nächste Landesausstellung in Meißen auf dem Burgberg zu organisieren und damit ein weiteres Zeichen zu setzen. Inzwischen sind wir einen großen Schritt weiter. 2024 hat das Kabinett das Grobkonzept beschlossen. Erst in der vergangenen Woche konnten wir auf der Albrechtsburg das Feinkonzept vorstellen. An dieser Stelle möchte ich Danke sagen: Danke an die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten, namentlich an Herrn Geschäftsführer Striefler, der sich den Hut dafür aufgesetzt hat und die Ausstellung auf dem Burgberg inhaltlich organisiert. Der Ausstellungsrundgang wird sich an den Wandgemälden orientieren und davon Themen ableiten – sechs Themen: Macht, Raum, Begegnung, Glaube, Kultur und Tradition. Um diese Themen greifbar zu machen, wird es – man hat das jetzt so bezeichnet – sogenannte Sachsen Spuren geben; das sind Leitmotive: prägende Ereignisse, Orte, Persönlichkeiten, Objekte. Diese werden zeigen, wie sich unser Land in den einzelnen Regionen entwickelt hat. Genau das soll auch der Schwerpunkt sein, der Geschichte dem Publikum vermittelt und nachvollziehbar gestaltet. Es geht um Momente, in denen Menschen den Mut hatten, Geschichte selbst zu verändern. Ein sehr treffendes Beispiel ist natürlich die friedliche Revolution, die sich im Jahr 2029 dann zum 40. Mal jährt. Doch wir wollen 2029 nicht einfach nur den Schlüssel umdrehen und die Türen öffnen, sondern – wenn wir von 1 100 Jahren sächsischer Geschichte sprechen – es geht eben nicht nur um eine Jahreszahl. Die Geschichte ist so vielfältig wie unser Land selbst: vom Bergbau über unsere Sprache, ja, bis hin zur Kultur. Wir wollen alle Sachsen auf diesem Weg mitnehmen. Deshalb wird es jetzt zum ersten Mal bei einer Landesausstellung im Vorfeld einen breiten Beteiligungsprozess geben. Beide Projekte, sowohl die Ausstellung auf der Burg als auch die Bürgerbeteiligung, sollen das Lebensgefühl der Sachsen aufgreifen. Wir möchten wissen: Was bedeutet Identität? Was bedeutet Zugehörigkeit, wenn man diesen langen Zeitraum der Landesgeschichte sieht? Ideen sind gefragt, und der historische Ort Meißen bietet dafür einen ganz passenden Rahmen, wie wir finden. Wir verbinden die Anfänge Sachsens mit der Gegenwart und verknüpfen Vergangenheit mit Zukunft. Dabei zeigen wir unser Land nicht nur als historisches Territorium, sondern als einen vielschichtigen Lebensraum, ein Land, das durch Innovation und kulturelle Vielfalt ebenso geprägt wurde wie durch religiöse Entwicklungen, politische Umbrüche und seine internationalen Beziehungen. Die 5. Landesausstellung ist mehr als ein kulturelles Ereignis. Sie ist eine Einladung, unsere Geschichte neu zu entdecken und uns selbst darin zu erkennen. Deshalb werden wir einen sachsenweiten Aufruf starten: an Kultur- und Tourismusverbände, an Geschichtsvereine, an das Handwerk, an den Sport. Ja, natürlich sind auch alle hier im Hohen Haus eingeladen, sich dort zu engagieren, quasi als Multiplikatoren mitzuwirken. Unser Ziel ist ganz klar: Wir wollen Sachsen als einen vielfältigen, als einen innovativen Lebensraum sichtbar machen – nach innen, aber natürlich auch nach außen. (Beifall CDU, SPD und Staatsregierung) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Vielen Dank, Frau Staatsministerin. Nun haben die Fraktionen die Möglichkeit, nacheinander für jeweils 7 Minuten Fragen an die Staatsministerin zu stellen. Die jeweilige Frage darf eine Minute, die Antwort 2 Minuten nicht überschreiten. Der fraktionslose Abgeordnete darf am Ende eine Frage stellen, wenn er das wünscht. Wir beginnen mit der CDU-Fraktion und Herrn Kollegen Schmidt an Mikrofon 4. Bitte schön, Herr Kollege.
