Jan-Oliver Zwerg
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kollegen! Herr Löser, Sie waren gerade draußen, aber ich habe Sie auch positiv erwähnt. Sie waren ja auch beim Energiekongress – sehr schön. Sie haben vorhin die Bundesnetzagentur mit den entsprechenden Daten erwähnt. Ich hatte hinzugefügt, dass in den Berechnungen auch 25 bis 32 Gigawatt Gas mit am Start waren. Ich möchte jetzt noch einmal darauf zurückkommen, wie wir uns mit den Erneuerbaren ins Benehmen setzen. Jeder, der zu Hause eine Solaranlage, eine Wärmepumpe oder vielleicht ein Elektroauto hat, rechnet sich aus: Rechnet es sich oder rechnet es sich nicht? Oder er fixiert sich auf die späteren schlechteren Einkommen, die er als Rentner hat. Es gibt dazu verschiedene Herangehensweisen. Wichtig zu erwähnen ist aber: Wenn man zum Beispiel fossile Energieträger, Gaskraftwerke oder auch Kernkraft kompensieren will, dann erfordert das einen unheimlichen Flächenbedarf. Ich denke, darüber sind wir uns einig. Ich nenne als Beispiel Frankfurt am Main. Für Frankfurt am Main als die Stadt der Rechenzentren wird viel Energie benötigt. Frankfurt am Main hat so viele Rechenzentren, dass dort im Prinzip zwei große Blöcke Kernenergie im Bereich von zwei Gigawatt stehen könnten, um diese großen Rechenzentren zu versorgen. Das nur einmal als Fakt. Wenn man das mit Windrädern machen möchte, dann würde man bei einer fünfundzwanzigprozentigen Auslastung von Wind an Land, der Windräder, die dreihundertfache Fläche benötigen, um auf dasselbe Ergebnis zu kommen. Das ist das Problem. Man muss einfach anerkennen, dass die Flächen in Deutschland sehr begrenzt bzw. nicht – das würde ich einmal behaupten wollen – vorhanden sind. Hinzu kommt die Akzeptanz der Bürger. Fahren Sie einmal ins Erzgebirge. Fahren Sie einmal dorthin, wo schöne Landschaften sind, wo Naherholung ist. Die Menschen dort sind teilweise verzweifelt, weil die Grundstücke durch Windenergieanlagen entwertet werden, die teilweise bis zu 600 Meter an die Wohnbebauung heranstehen. Das alles muss man mit im Blick haben. Es ist auch nicht notwendig, zu versuchen, alles mit Erneuerbaren zu machen. Das Gleiche gilt natürlich für große PV-Anlagen, die Freiflächenanlagen. Warum soll man es so kompliziert machen? Normalerweise muss es so sein: Wir erzeugen Energie. Das machen wir jetzt, meinetwegen, mit einem Windrad. Des Weiteren sagen wir: Man hat ein großes Unternehmen, das regelmäßig große Mengen Strom verbraucht. Bei der Solaranlage ist es noch einfacher. Da kann man sagen: Na gut, ich gehe einmal davon aus, dass ein Solareintrag kommt. Man hat Sonne, und da geht etwas. Alle wissen aber auch ganz genau: Das alleine reicht für das entsprechende Unternehmen natürlich nicht aus, weil man Wetterschwankungen hat. Das heißt, der Wind muss nicht unbedingt immer wehen und die Sonne nicht immer scheinen. Dieses Prinzip funktioniert so also erst einmal nicht. Was kommt hinzu? Hinzu kommt, dass man – auch das haben wir auf einem Energiekongress wieder hören dürfen – bei den Erneuerbaren einen exponentiellen Anstieg des Netzausbaus hat, je mehr erneuerbare Energien man zubaut. Ein exponentieller Anstieg des Netzausbaus verursacht wiederum enorme Kosten. Man braucht ihn aber, um annähernd das zu realisieren, was jetzt vorgesehen ist. Trotz alledem werden Netzstabilisierungsanlagen benötigt. Das sind in der Regel einfache Gasturbinen, die natürlich dementsprechend kosten, weil sie nur selten laufen. Es werden rotierende Phasenschieber und neue Umspannwerke benötigt. Es wird – auch das wurde gesagt – eine Flexibilisierung benötigt, denn ohne eine Flexibilisierung geht gar nichts. Das bedeutet auf Deutsch, dass man als Unternehmer flexibel in der Anwendung, im Verbrauch von Energie sein muss. Ganz profan ausgedrückt heißt das: Wenn der Wind weht, kann er produzieren bzw. er kann nicht produzieren, wenn kein Wind weht. Man bräuchte also quasi einen riesigen Batteriespeicher oder andere Speichersysteme, um das zu kompensieren. All das muss in den Preis eingerechnet werden, wenn man andere Systeme – meinetwegen fossile Energieträger –, deren Kraftwerke, oder zum Beispiel die Kernenergie vergleicht. Es gilt, das in die Waagschale zu werfen, sich ehrlich zu machen und zu sagen: Wir orientieren uns an dem, was möglich ist. Erneuerbare Energien können dabei eine Rolle spielen, solange sie umweltverträglich, sozialverträglich und bezahlbar sind, aber vor allem dann, wenn sie an dem Einsatzort, an dem sie stattfinden, eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Demgegenüber steht diese Schwarz-Weiß-Malerei: Das geht alles mit Erneuerbaren. Wenn wir von 50, 60, 80 % reden, ist das meines Erachtens Augenwischerei. Das wird so nicht funktionieren. Wir als AfD plädieren deshalb nicht rückwärtsgewandt dorthin, wo wir alle einmal waren, sondern auch wir wollen nach vorne schauen. Wir wollen neue Technologien weiter erforschen und im Endeffekt nutzen. Bevor man aber etwas wegwirft, braucht man etwas Neues. Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Ihre Redezeit.
