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Romy Penz

AfD 12.05.2026 Sitzungen 8/28

Sehr geehrte Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Schnitzel mit Pommes, Schnitzel mit Kroketten, Schnitzel mit Kartoffeln – oder wollen Sie vielleicht ein Rindersteak? Oder etwas ohne Fleisch? Tut mir leid, bei uns gibt es nur Schnitzel. Wenn man nicht gerade der allergrößte Schnitzelfan ist, sucht man sich irgendwann ein anderes Restaurant. Was aber, wenn es überall nur Schnitzel gibt? Wenn es keine Auswahl, keine Vielfalt gibt? Zum Glück ist es bei Schulen nicht ganz so dramatisch. Während die Anzahl öffentlicher Schulen seit den Neunzigerjahren um mehr als 40 % gesunken ist, hat sich die Zahl freier Schulen verzehnfacht, und die Nachfrage steigt weiter. Aber warum sind freie Schulen so begehrt? Ein Grund sind sicherlich die besonderen Bedingungen. Ein Beispiel: der Betreuungsschlüssel. An freien Schulen unterrichtet ein Lehrer durchschnittlich 9,5 Schüler, an staatlichen Schulen sind es dagegen 13,2 Schüler. An öffentlichen Oberschulen sind es sogar 15 Schüler pro Lehrer, selbst bei Förderschulen mit weniger Kindern pro Klasse haben die freien Schulen die Nase vorn. Hier werden 4,8 Schüler pro Lehrer betreut, an öffentlichen Schulen 5,7 Schüler. Doch auch das ist nicht alles. Weitere Pluspunkte für die freien Schulen sind unterschiedliche Lernkonzepte für unterschiedliche Kinder, flexible Organisationen wie Schulverbünde, jahrgangsübergreifende Klassen oder Präsenzunterricht plus digitale Ergänzungen und die stärkere Einbindung der Eltern. Freie Schulen sind also oft Alternativen, wenn die öffentliche Schule eben nicht für das eigene Kind passt. Im Umkehrschluss heißt das aber keinesfalls, dass staatliche Schulen grundsätzlich schlechter sind. Wie überall steht und fällt alles mit Konzept und Personal, und trotzdem passen manchmal Schule und Kind einfach nicht zusammen. Was ist, wenn die persönliche Entfaltung oder die individuelle Förderung, wie im Schulgesetz verankert, eben einfach nicht gegeben sind? Hier sagen wir ganz klar: Die Freude am Lernen und damit die Freiheit der Bildung dürfen nicht vom Schulgebäude begrenzt werden. Wir wollen deshalb eine echte Wahlfreiheit für Eltern und Schüler für den bestmöglichen Bildungsweg. Wir wollen die starre Schulbesuchspflicht weiterentwickeln. Wir wollen eine Bildungspflicht mit klaren, verbindlichen Regeln, die allen Kindern Schulbildung ermöglicht. Das wäre auch echte Bildungsfreiheit, werte GRÜNE. Herr Hartmann hat es heute gesagt: Freiheit heißt auch zulassen. Ich hoffe, Sie erinnern sich irgendwann wieder daran. Trotz der aktuellen Vielfalt an freien Schulen in Sachsen bestehen auch große Hürden. Das Angebot ist viel zu weit entfernt vom Wohnort, es gibt keine Garantie für einen Schulplatz und lange Wartezeiten, oder die Kosten – das wurde auch schon erwähnt – des Schulgeldes sind schlichtweg zu hoch. Sehr geehrte Damen und Herren! Schulstandorte müssen sowohl nach Bedarf und Erreichbarkeit als auch nach Profil und sozialer Bedeutung für den Standort gefördert werden. Starre Denkstrukturen – nach Schülerzahl, Klassenstärke oder Raumgrößen – müssen aufgebrochen werden. Wir brauchen zum Beispiel flexible Klassengrößen oder individuelle Lösungen für kleine Standorte. Freie und staatliche Schulen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Schulschließungen dürfen keine Löcher in das Schulnetz reißen. Am Ende sollen sich alle Schulen erst auf die Bildung unserer Kinder konzentrieren. Sie sollten sich nicht sorgen, wie ein neues Mikroskop, der Satz neuer Atlanten oder auch das Förderangebot finanziert werden kann. Wir lehnen daher grundsätzlich Kürzungen für die Bildung unserer Kinder ab. Egal ob freie Schule, staatliche Schule oder auch Kita: Wenn eine Schule tolle Arbeit leistet, Kinder gern dort lernen und Lehrer ihre Tätigkeit als Berufung sehen, ist eine gute Finanzausstattung das Mindeste, das wir geben können. Noch ein kleiner Schwenk zu unseren Kleinsten: Letzte Woche habe ich beim Kitakongress gehofft, konkrete Angaben zur Finanzierung der Kindertagesbetreuung zu erhalten. Es wurde ausführlichst darüber gesprochen, wie wichtig die Bildung und Erziehung unserer Kinder von Beginn an sind: Doch bei der Finanzierung wurde es ganz leise und unkonkret, das sind wir aber gewohnt. Investitionen in die Bildung unserer Kinder sind immer ein Gewinn für die Zukunft und die Freiheit unseres Landes. Damit meine ich nicht nur die finanziellen Investitionen. Wem das noch immer nicht klar ist, dem ist leider nicht mehr zu helfen. Ich hoffe, dass den ganzen Wortbekundungen im Haushalt dann wirklich Taten folgen. Vielen Dank. Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Schönen Dank. Es sprach für die AfD-Fraktion Frau Kollegin Penz. Es folgt für die BSW-Fraktion Herr Abg. Wurzler; bitte schön.

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