Matthias Berger
Meine sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Vielen Dank erst einmal an die Fraktionen für die schonungslose Ehrlichkeit, mit welcher Sie den desaströsen Zustand unseres Landes geschildert haben. Das ist übrigens ein Zustand, anlässlich dessen sich Kurt Biedenkopf, den ich noch persönlich kennenlernen durfte, im Grabe herumdrehen müsste. Ich stelle mir die Frage – neben vielen anderen Fragen –, ob unsere Zuschauer hier oder die zufällig die Debatte im Fernsehen begleitenden Bürgerinnen und Bürger unseres Landes aus den Redebeiträgen, die in ihrer Konstatierung alle relativ gleich waren, ableiten könnten, welche Fraktion in den letzten 30, 35 Jahren hier die Regierung geführt hat – ich denke nicht. Deshalb wirkt dieses Asche-auf-das-Haupt-Streuen auf mich unehrlich. Jetzt stellen wir alle gemeinsam fest: Alles ist ganz schlimm, und jetzt geht's los. Ich denke, es gilt eher das, was Einstein gesagt hat: Mit derselben Denkweise, mit der man Probleme geschaffen hat, kann man Probleme nicht lösen – zumindest derlei komplexe Dinge nicht. Ich möchte meine kurze Rede mit einer Frage an den Vorsitzenden der CDU-Fraktion, Herrn Hartmann beenden. Er hat gesagt: „Noch haben wir die Zeit, unser Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und die Reformen durchzuführen.“ Was glauben Sie, wie groß dieses Zeitfenster noch sein wird? Vielen Dank. (Beifall AfD und BSW) Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Schönen Dank. Es sprach der fraktionslose Abgeordnete, Herr Kollege Berger. Wir haben in einer ersten Runde nun alle Fraktionen gehört. Gibt es weiteren Redebedarf? – Für die AfDFraktion spricht Herr Abg. Urban.
