Mike Moncsek
– Das ist mein letzter Satz: Es wäre heute von Ihnen persönlich unverantwortlich, wenn wir im Sächsischen Landtag diesen Antrag ablehnen und damit den Schülern und Jugendlichen die entscheidende Grundlage für ihren Bildungs- und Lebensweg nehmen. Ich bitte Sie darum, diesen Antrag mit uns auf den Weg zu bringen; denn nur so wird unser Rohstoff in Sachsen weiter gefördert, sodass wir immer besser werden. Vielen Dank und Glück auf! (Beifall AfD) Dritter Vizepräsident Prof. Dr. Jörg Scheibe: Wir hörten das Schlusswort des Herrn Abg. Moncsek. Meine Damen und Herren! Ich stelle nun die Drucksache 8/6361 zur Abstimmung und bitte bei Zustimmung um Ihr Handzeichen. – Die Gegenstimmen? – (Zuruf AfD: Merkt sie euch!) Stimmenthaltungen? – Damit ist dieser Antrag bei einer Reihe von Zustimmungen, aber einer übergroßen Zahl an Gegenstimmen nicht beschlossen. Dieser Tagesordnungspunkt ist damit beendet. zu Protokoll Wirtschaft am Gymnasium oder im Fach Wirtschaft-Technik-Haushalt/Soziales an Oberschulen und Förderschulen. Wirtschaftliche Inhalte begegnen den Schülerinnen und Schülern zudem in vielen weiteren Fächern – quer durch die Stundentafel. Und sie lernen ganz praktisch: in Schülerfirmen und Schülergenossenschaften. Schülerinnen und Schüler entwickeln ein Produkt, kalkulieren Preise und Löhne, planen Marketingstrategien und diskutieren Fairness, Mitbestimmung und Verantwortung im Betrieb. In Sachsen ist auch das Profil Unternehmerische Bildung in den Klassenstufen 8 bis 10 etabliert. Dabei vertiefen die Schulen ökonomische Inhalte über den Fachunterricht hinaus und verbinden sie praktisch mit Projekten und Planspielen. Dabei beziehen sie auch regionale Unternehmen und Universitäten ein. So werden Schülerinnen und Schüler systematisch zu unternehmerischem Denken und Handeln befähigt, Gründungs- und Innovationskompetenzen gefördert und gleichzeitig Berufs- und Studienorientierung eng mit wirtschaftlicher Praxis verknüpft. Wirtschaftliche Bildung in Sachsen muss sich nicht verstecken. Die AfD fordert nun: Wirtschaft brauche ein eigenes Fach. Gerade so als hätten wir in Sachsen keine wirtschaftliche Bildung. Doch breit in der Stundentafel verankerte wirtschaftliche Bildung ist kein Nachteil – sie ist ein bewusst gewählter didaktischer Ansatz. Wirtschaftliche Zusammenhänge entstehen nie im luftleeren Raum. Wenn wir sie in Verbindung mit gesellschaftlichen, politischen, technologischen und sozialen Fragen betrachten, fördern wir genau das Denken, das unsere Schülerinnen und Schüler in der Zukunft brauchen. Berufsorientierung und Wirtschaftskompetenz gehen in Sachsens Schulen Hand in Hand. Auch im Netzwerk „Schulewirtschaft“ oder an Praxistagen in Unternehmen erfahren Schülerinnen und Schüler wirtschaftliche Bildung. Unternehmen und Schulen arbeiten hier partnerschaftlich für Berufsorientierung und Wirtschaftskompetenz durch Planspiele, Wettbewerbe und Fortbildungen für Lehrkräfte zusammen. Hier kommen die Stärken des sächsischen Schulsystems zusammen: Berufsorientierung, ökonomische Bildung und MINT-Förderung praxisnah umgesetzt. Die AfD verengt wirtschaftliche Bildung auf die Frage: Eigenständiges Schulfach, ja oder nein? Dazu verweist sie im Antrag auf den OeBiX-Index. Das greift zu kurz. Dieser Index bewertet ökonomische Bildung vor allem danach, ob ein eigenständiges Fach Wirtschaft existiert. Sachsen verfolgt einen integrativen Ansatz und schneidet im Index nicht so gut ab. Das nehmen wir ernst. Schauen wir nach Niedersachsen, das den Index auf Platz 1 anführt. Ein Blick in die Lehrpläne in Sachsen und Niedersachsen zeigt: Die behandelten Themen, von der Rolle der Verbraucher über das Handeln von Unternehmen bis hin zu staatlichen Aufgaben im Wirtschaftsprozess, finden sich in beiden Ländern wieder. Wirtschaftliche Kompetenzen sind in Sachsens Lehrplänen seit Jahren fest verankert. Das geht auch ohne ein Schulfach Wirtschaft. Was würde es bedeuten, diese Inhalte und Kompetenzen in einem Fach zusammenzuführen? Wer ein neues Unterrichtsfach fordert, muss sagen, was das konkret bedeutet: umfassende Lehrplanüberarbeitungen in Tagesordnungspunkt Stärkung der Drucksache 8/5936, Hierzu können die Fraktionen Stellung nehmen. Die Reihenfolge in der ersten Runde lautet: BSW, CDU, AfD, SPD, BÜNDNISGRÜNE, Die Linke, fraktionsloser Abgeordneter und die Staatsregierung, wenn gewünscht. mehreren Fächern, Anpassungen der Stundentafeln, Veränderungen in Prüfungen und – nicht zuletzt – ein erheblicher zusätzlicher Bedarf an Lehrkräften. Das ist kein kurzfristiges Projekt. Das bindet Ressourcen, die wir an anderer Stelle besser – man könnte sagen wirtschaftlicher – einsetzen können. Der Fokus der Staatsregierung liegt darauf, Basiskompetenzen zu stärken und Unterrichtsausfall zu reduzieren. Darauf konzentrieren wir unsere Anstrengungen. Denn gerade Wirtschaft und Handwerk sind auf solide Basiskompetenzen angewiesen. Wer nicht sicher lesen, schreiben und rechnen kann, hat es schwer, Angebote zu verstehen, Kalkulationen zu erstellen oder technische Anleitungen umzusetzen. Betriebe und Berufsschulen berichten immer wieder, dass mangelnde Grundkenntnisse den Einstieg in Ausbildung und Beruf erschweren. Basiskompetenzen sind also keine Schulübung, sondern Fundament für wirtschaftlichen Erfolg und berufliche Handlungsfähigkeit. Sie entscheiden darüber, ob junge Menschen in der Lage sind, Verantwortung zu übernehmen, mit Kunden und Partnern zu kommunizieren und eigene Ideen in die Praxis zu bringen. Dafür haben wir in diesem Schuljahr die Lehrpläne der Grundschulen aktualisiert und setzen so Bildungsstandards für den Primarbereich um. Wir ruhen uns nicht aus – wir entwickeln uns weiter. Auch ökonomische Inhalte sind bereits breit verankert und innovative Formate wie vernetzter Unterricht bringen wirtschaftliche Zusammenhänge lebendig in den Klassenraum. Die zentrale Frage lautet: Wie gelingt die bestmögliche ökonomische Bildung für unsere Schülerinnen und Schüler? Unsere Antwort ist klar: Wir entwickeln das Bestehende weiter, statt übereilt neue Strukturen zu schaffen. Ein ressourcenintensives neues Schulfach geht notwendigerweise auf Kosten anderer Ziele, die wir verfolgen. Der integrative Ansatz wirtschaftlicher Bildung hat sich bewährt. Gleichzeitig modernisieren wir unser Bildungssystem. Unser Ziel dabei ist, Qualität im Interesse unserer Schülerinnen und Schüler zu sichern. Wir wollen nicht nur beste wirtschaftliche Bildung für Schülerinnen und Schüler, sondern auch staatliche Ressourcen wirtschaftlich sinnvoll einsetzen. Den Antrag der AfD lehnen wir daher ab. Dritter Vizepräsident Prof. Dr. Jörg Scheibe: Meine Damen und Herren! Wir kommen zu Feuerwehrschule Nardt Antrag der Fraktion BSW Zunächst als einbringende Fraktion Herr Hentschel-Thöricht für die BSW-Fraktion, bitte.
