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Timo Schreyer

AfD 05.02.2026 Sitzungen 8/25

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Damen und Herren! Ist der Urknall eine Reise 14 Milliarden Jahre zurück oder bald nur ein kurzer Ausflug in die schöne Oberlausitz? Vielleicht lauschen wir in Sachsen bald ganz tief in die Vergangenheit, zum Anfang von allem. Der Bau des Einstein-Teleskops, welches noch wesentlich empfindlichere Gravitationswellen empfangen kann, wäre nicht nur aus wissenschaftlicher, sondern auch aus wirtschaftspolitischer Sicht von zentraler Bedeutung. Ein Großforschungsprojekt dieser Dimension würde Sachsen auf eine Stufe mit den USA stellen, wo ähnliche Projekte geplant werden. Aber so, wie es immer im Leben läuft, ist man nicht der einzige Bewerber, sondern einer von insgesamt drei in Europa. Umso besser ist es, wenn man bereits vorsorgt und sich mit jemandem zusammenschließt. Das hat Sachsen mit Sardinien bereits getan. Damit ist ein Punkt im Antrag der GRÜNEN schon erledigt. Ebenso findet bereits eine Zusammenarbeit mit Tschechien und Polen statt. Wir werden aber mit unseren Nachbarn nicht nur wissenschaftlich zusammenarbeiten, sondern auch in Bezug auf die Energieversorgung. Mit dem Kohleausstieg in der Lausitz ist Platz für ein Zukunftsprojekt wie das Einstein-Teleskop. Damit verbunden sind unglaubliche Datenmengen, die bei der Messung entstehen. Menschen allein können diese nicht mehr verarbeiten. Hier kommt Künstliche Intelligenz ins Spiel. Die KI-Hochleistungsdetektoren brauchen riesige Mengen an Energie – Energie, die sicher, stabil und immer verfügbar sein muss. Dabei werden auch Sie, liebe GRÜNE, mit den Windrädern allein nichts ausrichten. Zudem würden diese riesigen Windparks in der Oberlausitz das Teleskop mit Sicherheit mit negativen Schwingungen außer Kraft setzen. Was machen wir? Zum Glück gibt es den freundlichen Nachbarn, der uns in Bälde mit grundlastfähiger Kernenergie versorgen kann. Vielleicht sind einige von Ihnen bis dahin klüger und geben der stiefmütterlich behandelten Kernenergie eine neue Chance. Wir sind bereit; denn wir sind wirklich technologieoffen und nicht ideologiegetrieben. (Zuruf Rico Gebhardt, Die Linke) Doch ich sehe eine weitere Hürde: Spätestens bei der Anreise ergibt sich für den internationalen Spitzenforscher ein Problem. Sollte er überhaupt in Dresden landen können – vorausgesetzt, es gibt eine Flugverbindung –, muss er auf die dieselgetriebene Eisenbahn umsteigen oder seine wertvolle Zeit im Stau auf der zweispurigen A4 verbringen. Aber auch dabei hilft unser Nachbar Polen; denn der Flughafen Breslau wird zurzeit massiv ausgebaut. Die Bahnstrecke ist bereits bis zur deutschen Grenze elektrifiziert. Es fehlen nur noch wenige Meter bis zum Görlitzer Bahnhof, bei dem man sich auf deutscher Seite schwertut, diesen zu elektrifizieren. Vor 14 Tagen hat die polnische Seite den Ausbau der Strecke Breslau–Görlitz auf drei Spuren bekanntgegeben. Sie sehen also: Spitzenforschung nach Sachsen zu holen, ist das eine, die notwendige Infrastruktur und Energieversorgung bereitzustellen, das andere. (Beifall AfD) Natürlich müssen wir auch über die Kosten sprechen. Aus unserer Sicht spricht nichts gegen eine Beteiligung des Freistaates an den Kosten für eine wirklich überzeugende Bewerbung. Probebohrungen, Machbarkeitsstudien etc. sollten sicher im Haushalt darstellbar sein. Dafür müssen wir gegebenenfalls über Kürzungen von grünen Lieblingsposten reden. Bei der Forderung nach Prüfung der Kostenteilung zwischen Bund und Land wäre ich vorsichtig. Aktuell schätzt man den Zeitraum für den Aufbau des Teleskops auf 15 Jahre und die Kosten auf mindestens 2 Milliarden Euro. Aus Erfahrung von anderen internationalen Großprojekten wissen wir, dass das optimistisch geschätzt ist, wie bei unserer Justizvollzugsanstalt. Beispielsweise dauert der Bau des internationalen Kernfusionsreaktors ITER nun fast 20 Jahre, und die ursprünglichen Kosten von 5 Milliarden Euro haben sich mittlerweile vervierfacht. Ich will nicht nur schwarzsehen: Das Einstein-Teleskop in der Lausitz, in Sachsen bedeutet internationale Sichtbarkeit, eine hohe Nachfrage nach Fachkräften, junge Menschen in einer Region, die diese dringend braucht, heimische Unternehmen, Zulieferer, IT-Dienstleister, Startups und Technologieoffenheit bei der Energie. Auch wenn viel Schaufenster in Ihrem Antrag steckt, wollen auch wir in der Oberlausitz ein Fenster ins All. Vielen Dank. (Beifall AfD) Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Es sprach für die AfD-Fraktion Herr Kollege Schreyer, und es folgt für die BSW-Fraktion Herr Prof. Scheibe. Bitte schön.

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