landtag.sachsen.de ↗

Jan-Oliver Zwerg

AfD 05.02.2026 Sitzungen 8/25

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kollegen! Wir stehen jetzt hier und überlegen wieder, wie wir speichern können. Das müssten wir doch alles gar nicht machen. Das haben wir doch in Physik gelernt. Wir erzeugen die Energie oder wandeln sie um, und dann verbrauchen wir sie gefälligst, einfachstes Prinzip. Warum so viele Umwege? (Zuruf AfD: Richtig!) Wie sieht es denn im Moment aus? Alles ist teurer, weil Deutschland in einem rasanten Tempo einen Netzausbau machen will – machen muss. TenneT zum Beispiel – die Firma TenneT kennt vielleicht jeder – sagt ganz klar: Wir würden gern unsere deutsche GmbH verkaufen, weil der Netzausbau in Deutschland wahnsinnig teuer und das kein Geschäft mehr für uns ist. Der Bund ist mit 25 % bei TenneT Deutschland eingestiegen. Das sagt uns doch etwas. Das sagt uns nämlich, dass wir die Komponenten für diesen Netzausbau, der sehr schnell geschehen soll, momentan zum zwei- bis dreifachen Preis auf dem Markt einkaufen. Wir haben bei Transformatoren Wartezeiten von bis zu zehn Jahren. Das heißt, es ist schon faktisch nicht möglich, diesen Netzausbau aufgrund der fehlenden Materialien zu realisieren. Wir müssen teilweise Sachen für die Erneuerbaren erfinden, dass träge Massen durch einen rotierenden Phasenschieber entstehen. Baden-Württemberg – das Beispiel habe ich schon einmal gebracht – hat 60 Millionen Euro für einen Phasenschieber ausgegeben. Also, daran sehen wir doch, dass die Grenzen klar gesetzt sind. Man muss sich einmal die Frage stellen: Wollen wir so weitermachen? Das ist die Frage, die Sie, Herr Böhme, auch stellen. Egal was, ob chemischer Speicher, Wasserstoff, Batteriespeicher oder Salzspeicher – ich könnte noch eine ganze Menge mehr aufzählen –, wir kommen immer wieder an den Punkt, an dem wir sagen: Weil es so schnell gehen muss, weil es gewünscht ist, werden wir alles, was wir auf diesem Weg realisieren wollen, für einen sehr hohen Preis realisieren müssen. Netzausbau hat immer stattgefunden. Das Stromnetz muss immer wieder ertüchtigt werden. Beim Gasnetz ist es genau das Gleiche. Es ist aber immer in einem Rhythmus passiert, der vom Zeitfaktor her vertretbar war. Das heißt, man konnte mit normalen Preisen am Markt agieren und hat das Netz im Laufe der Jahre immer wieder ertüchtigt. Das ist sehr vorbildlich in Deutschland geregelt. Ich schlage vor, Herr Böhme: Einigen wir uns doch darauf, dass wir schauen, was wir im Moment am Start haben. Wir haben momentan Gaskraftwerke und Kohlekraftwerke. Wir werden die sogenannte Energiewende weiter voranbringen, weil auch die AfD sagt, irgendwann wird es damit – Kohle zu verbrennen, um Strom und Energie zu erzeugen – zu Ende sein. Das ist eine realistische Einschätzung. Das ist okay. Wir sollten uns aber nicht von dem Totschlagargument der CO -Einsparung leiten lassen und panikartig jede Woche in neuen Tönen den Weltuntergang durch den Klimawandel verkünden. Das ist die Krux an der ganzen Geschichte. Wenn Sie, werter Herr Löser von den GRÜNEN, zum Beispiel sagen, Sie wollen das vorantreiben und es muss schnell geschehen, damit wir Versorgungssicherheit haben usw. usf. – das sind die Argumente, die wir schon zigmal ausgetauscht haben –, dann müssen Sie sich aber auch ehrlich machen und sagen, wenn ich – ich sage es jetzt einmal – CO -frei Energie bereitstellen will, dann gehört Kernenergie dazu. Aus der Nummer kommen Sie nicht heraus. Ob Sie die Kernenergiekraftwerke in Deutschland bauen – soll ja nicht sein – oder ob Sie den Strom aus neu gebauten Kernenergiekraftwerken über das europäische Stromnetz beziehen, ist gleich. Insofern müsste man konsequenterweise sagen: Wir wollen keine Kernkraftwerke in Deutschland und deshalb nehmen wir bitte auch den Strom aus Frankreich oder sonst woher nicht. So konsequent müssten Sie dann sein; denn sie haben auch die Altlasten, die entstehen. Das ist Doppelmoral. Das halte ich für keinen guten Weg. Deutschland sollte sich breit aufstellen. Ich glaube, damit kommen wir auf einen gemeinsamen Nenner. Vielleicht sollte man sich an dem Punkt tatsächlich ein wenig an China orientieren. Die Chinesen machen es richtig. Sie sagen: Wir müssen vorn sein. Sie haben noch einen anderen Grund dafür; den können wir wahrscheinlich leider nicht realisieren, sage ich einmal. Sie sagen: Wir müssen Wirtschaftsmacht Nummer 1 sein in der Welt. Damit stehen sie vor allem in direkter Konkurrenz mit den USA. Die Chinesen schlussfolgern daraus: Alles, was Energie bringt, was unseren Bedarf deckt, das machen wir einfach. Das sind Kohlekraftwerke. Davon bauen sie 1 000 Stück. Das sind Kernkraftwerke, diese werden vorangetrieben. Weltweit sind die Zahlen im Kernkraftbereich gestiegen, aber hauptsächlich deswegen, weil die Chinesen Kernkraftwerke bauen. Deswegen ist es so. Gaskraftwerke werden genauso gebaut. Die nehmen alles mit hinein. Das ist auch schlau, weil sie dadurch ganz einfach ganz vorne mitspielen. In dieser Liga, in der Deutschland einmal mitgespielt hat, spielen jetzt die Chinesen mit. Wir sind abgemeldet. Ich würde mir wünschen, dass wir in Deutschland endlich an den Punkt kommen – auch in der Energieversorgung –, dass nicht nur gequatscht, sondern dass gemacht wird. Wenn wir uns weiter immer wieder über das Gleiche unterhalten, dann kann man es wirklich nicht mehr hören. Dann sind wir an dem Punkt, an dem wir sagen können: Wir können aufhören. Wir müssen zwingend nach vorn marschieren. Wir müssen wieder eine Republik der Leute werden, die das Machen voransetzen. Das Gequatsche muss aufhören. Wir müssen machen, Leute! (Beifall AfD) Deswegen: breit aufstellen, die Energiewende neu denken und sich nicht auf einen einzigen Weg der Energieversorgung, also auf die erneuerbaren Energien, konzentrieren. Das wird nichts. Deswegen, liebe Freunde vom BSW, lehnen wir euren Antrag trotzdem ab. Vielen Dank. (Beifall AfD) Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Er sprach für die AfD-Fraktion Herr Kollege Zwerg. Es gibt eine Kurzintervention von Herrn Dr. Kromer, CDU-Fraktion, an Mikrofon 6; bitte.

Alle Reden von Jan-Oliver Zwerg Protokoll ↗