Ralf Böhme
Wie viel? Das kann ich Ihnen nicht sagen. Es werden Mittel frei. (Sören Voigt, CDU: Die AfD weiß es doch schon! – Weitere Zurufe) Es werden Mittel frei, und diese – es wäre vielleicht empfehlenswert gewesen, die Rede bis zum Ende zu hören – wollen wir in sinnvollere Projekte für unser Energieversorgungssystem umleiten. Das ist die Aussage. Ein Fakt am Rande: Es wird derzeit viel über H2-Ready philosophiert. Das ist aber noch kein Zertifikat. Das ist lediglich ein für den TÜV schlüssiges Konzept, wie man eine Anlage eventuell, irgendwann einmal auf Wasserstoff umrüsten kann. Das zeigt: Man muss schon genau hinter die Fassade der Wasserstoff-Versprechungen schauen. Bisher – das heißt in den letzten 25 Jahren – erfolgte der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland ohne Sinn und Verstand. Es hört sich nett an, dass 70 % des Stroms aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Die meist verschwiegene Seite ist jedoch die extreme Subventionierung der erneuerbaren Energien in Deutschland. Die unstetige Energieproduktion, also der durch die unstetige Energieproduktion notwendige Redispatch, treibt die Kosten extrem in die Höhe. Allein 2024 fielen dafür circa 3 Milliarden Euro an. Der Bundeszuschuss zur Deckung des EEG-Kontos belief sich 2025 auf 16,5 Milliarden Euro. Die Logik ist leicht abzuleiten. Sie gebietet nämlich, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien gebremst werden muss, bis die Strominfrastruktur diesen unstetig eingespeisten Strom aufnehmen, verteilen und speichern kann. Zur Sicherung der Energieversorgung und der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands müssen wir über einen eher längeren als kürzeren Zeitraum auch auf Erdgas zurückgreifen. Die geplanten Gaskraftwerke sind dafür ein deutlicher Beleg. Dazu muss die Pipeline Nord Stream repariert werden, um Wettbewerb unter unseren Gaslieferanten zu ermöglichen. Eine Wärmeversorgung mit Wasserstoff wird auch in zehn oder 20 Jahren eine Illusion bleiben. Die Idee, mit Wasserstoff zu heizen, wird aber absehbar gigantische Milliardenkosten verursachen, die am Ende vom Verbraucher zu tragen sind. Wir als BSW wollen nicht, dass die Menschen in unserem Land wegen fixer Ideen frieren müssen. Insofern sei es uns gestattet, dass wir uns in Sachsen ein Motto aus Baden-Württemberg zu eigen machen: Wir sollten bei der Energieversorgung Ingenieure statt Ideologen entscheiden lassen. Der Fokus muss auf ein stabiles Energiesystem gelegt werden, welches eine sichere Energieversorgung zu bezahlbaren Preisen garantiert. Lassen Sie uns mit wirtschaftlicher Vernunft an unsere Energieversorgung der Zukunft herangehen und das Land mit preiswerterer Energie reindustrialisieren. Vielen Dank. (Beifall BSW)
