Sebastian Wippel
Vielen Dank, Herr Präsident. Vielen Dank, Herr Lippmann, dass Sie an der Stelle kurz zurücktreten. Herr Rudolph, ich habe das gehört und dachte mir: Na ja, ich bin ja nun auch nachgeboren und habe das ebenfalls nicht erlebt. Manche diskutieren darüber und sagen: Na ja, Junge, weißt du, du hast als Kind – ich war sieben Jahre alt – nichts damit zu tun gehabt. Wozu äußerst du dich da eigentlich? Aber ich habe Ihnen trotzdem genau zugehört. Sie haben quasi gesagt: Wenn die Zeit so lange her ist, dann haben die Leute sehr wahrscheinlich ihr Leben gelebt und ihre Einstellung verändert. Ich würde sagen, das muss nicht sein. Wenn man sich das Umfeld der RAF-Terroristen schaut – die natürlich ihre Strafe abgesessen haben, heute wieder aus dem Gefängnis raus und noch unterwegs sind –, haben sie zwar eine zweite Chance bekommen, in der Gesellschaft wieder Fuß zu fassen, treiben sich aber teilweise immer noch in linksextremistischen Kreisen herum. Nur weil die Tat lange her ist, heißt das nicht, dass jemand zwingend seine Gesinnung, seine Einstellung oder seine Wahl der Mittel und Methoden geändert haben muss und deswegen ausreichend reflektiert ist. Deshalb ist es für mich als jemanden, der damals auch nicht dabei gewesen ist, durchaus interessant, zu wissen, wer die Abgeordneten hier im Landtag sind; denn man kann sich eben nicht darauf verlassen, dass die Sache sich geändert hat, dass jemand nicht mehr so denkt oder nicht mehr so handelt. Dann schaut man ein Stück weit genauer hin. Deswegen überzeugt mich Ihre Argumentation dazu nicht. Vierter Vizepräsident Albrecht Pallas: Das war die Kurzintervention von Herrn Abg. Wippel auf den Redebeitrag von Herrn Nico Rudolph, der wieder abwinkt und nicht reagieren möchte. Jetzt aber Herr Kollege Lippmann, bitte schön.
