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Matthias Berger

fraktionslos 04.02.2026 Sitzungen 8/24

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Aufgrund meiner kurzen Redezeit hatte ich zu dem Punkt eigentlich nichts geplant; aber unter dem Eindruck der jetzigen Äußerungen will ich mich doch einmal spontan dazu äußern. Ich denke, es ist richtig, über das Thema zu sprechen. Wir leben bewusst in einer föderalen Bundesrepublik. Manchmal erzwingen es auch die Umstände, dass Impulse von unten nach oben getragen werden. Ich gebe den Linken ausgesprochen recht. Ich habe die Rede von Donald Trump leider nicht direkt in Davos, aber am Fernseher verfolgt. Aus meiner Sicht war das nur skurril. Keiner hatte den Mut, ihm dort einmal Paroli zu bieten. Es bleibt leider die bittere Erkenntnis, wie es Herr Urban richtigerweise sagte: Aus dieser für uns gewohnten unipolaren Welt ist eine multipolare Welt geworden. Es gibt ganz viele Player. Ich spreche von den USA und von Russland, von den Chinesen, und – potenziell – von den Indern, ganz zu schweigen. Das Problem ist weniger Sachsen. Es ist vielleicht auch nicht Deutschland. Es ist einfach die – leider viel zu schwache – EU, die die falschen Schwerpunkte gesetzt hat. In den letzten Jahrzehnten, in denen für alle auf der Welt erkennbar Geopolitik gemacht wurde, haben wir Genderpolitik gemacht. Das ist das Problem. Ich will Ihnen einmal ein paar Zahlen nennen – die müssen nicht genau stimmen auf die Million –, um sich das Versagen der EU – leider! – einmal bewusst zu machen: Russland hat 140 Millionen Einwohner. Die USA haben 350 Millionen Einwohner. Die Europäische Union hat 450 Millionen Einwohner, aber wir sind insgesamt ein politischer Schwächling. (Sören Voigt, CDU: Umso wichtiger ist ein breites gemeinsames Bündnis!) Jetzt ist die Frage – ich will eine Brücke zum BSW bauen: Warum kann man einen geschichtlichen Zusammenhang zwischen Sachsen und Grönland herleiten. Den gibt es nämlich. Wir haben sogar einen Spezialisten unter uns, den Herrn Clemens. Er ist leider nicht da. Ich habe durch Zufall gelesen, dass die Mitglieder der Herrnhuter Brüdergemeinde lange Zeit als Missionare in Grönland tätig waren. (Martin Modschiedler, CDU: Und Herr Clemens auch! – Heiterkeit CDU) Sie kennen sich hervorragend aus. Insofern, als kleine Brücke: Es gibt sogar einen direkten Bezug zwischen Sachsen und Grönland. Im Ergebnis bleibt die bittere Erkenntnis – das wird hier manchen stören, aber es ist einfach so: Es wird keine andere Lösung geben als ein starkes Europa. Es wird weder ohne USA noch ohne Russland gehen. Vielen Dank. (Beifall BSW) Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Es sprach der fraktionslose Abg. Berger. Damit sind wir am Ende der ersten Rederunde. Möchten Sie in eine zweite Rederunde einsteigen? – Das ist der Fall. Für den Einreicher spricht Herr Abg. Richter; bitte.

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