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Barbara Klepsch

04.12.2025 Sitzungen 8/23

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Huhn hat gesagt, dass die Regierung doch sehr gern berichte. Ja, in der Tat, wenn wir uns das Kulturhauptstadtjahr ansehen, dann haben wir uns zum Prozess des Kulturhauptstadtjahrs und zu einzelnen Abschnitten sowohl im Kabinett als auch hier im Hohen Haus doch sehr intensiv und, wie ich finde, auch sehr gut ausgetauscht. Wir werden dem Kabinett in wenigen Tagen nunmehr den siebten Bericht überreichen, der letztlich den Abschluss des Kulturhauptstadtjahres umfassen wird. Ja, ich denke, wir können – und ganz besonders natürlich die Chemnitzerinnen und Chemnitzer und die Region – stolz sein. Sie können stolz sein. Sie und wir alle können zu Recht sagen: Das europäische Kulturhauptstadtjahr war für Chemnitz und für die Region ein voller Erfolg. Chemnitz ist jetzt ein fester, sichtbarer Punkt auf der Landkarte Deutschlands, Europas und – ich füge hinzu – der Welt. Wenn ich die Bilder vom vergangenen Wochenende immer noch vor Augen habe – ich habe letzte Woche gesagt, ich bin ein Stück chemnitzinfiziert –, dann wird daran deutlich, welch großartiges Kulturhauptstadtjahr es letztlich war. Wir haben einen Abriss davon bekommen, was im Laufe des Jahres an Veranstaltungen durchgeführt wurde, an großartigen Ausstellungen, an Festivals, an Theaterveranstaltungen, an Sportveranstaltungen. Ja, der Höhepunkt und letztlich der Abschluss war die Eröffnung der Lichtinstallation des weltbekannten Künstlers James Turrell in Oelsnitz, was für ein großes, leuchtendes Finale stand. Ich finde, dieses leuchtende Finale stand sinnbildlich und war beispielgebend für das gesamte Kulturhauptstadtjahr, das wirklich voller toller Erlebnisse, Begegnungen und Kontakte war. Ein besonderes Projekt hat mich immer wieder sehr in den Bann gezogen. Das war das Projekt Makers, Business & Arts, dem zugrunde liegt, dass Brücken gebaut werden zwischen kreativen Köpfen, Machern, Kunst, Wirtschaft und Tourismus. Es ging darum, anzupacken, zu tüfteln, kreative Lösungen zu suchen und dabei immer die Tradition im Blick zu behalten und Innovation und Engagement heranzuziehen. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal Danke sagen. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir damit den Deutschen Tourismuspreis gewonnen haben. Wenn ich „wir“ sage, dann meint das federführend Josephine Hage mit ihrem Team. Es war großartig. Auch das hat uns als Sachsen auf der Tourismuslandkarte ein ganzes Stück nach vorn gebracht. Sie erinnern sich sicher an tolle Festivals: in Seiffen das Europäische Spielzeugmacherfestival – grandios –, das Strickfestival in Limbach-Oberfrohna oder auch das Maker-Festival in Oelsnitz. Ich könnte hier noch viele weitere gute Veranstaltungen aufzählen. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Seit der Titelvergabe hat der Kulturhauptstadtprozess viele Partner aus der Stadt, aus der Region, aus dem Freistaat, aus ganz Deutschland, aus Europa positiv und konstruktiv unter dem Motto „C the Unseen“ zusammengebracht. Die Europäische Kulturhauptstadt erhält die erhoffte große Aufmerksamkeit. Meine Vorrednerinnen und Vorredner haben dazu, denke ich, bereits sehr trefflich ausgeführt. Weit mehr als zwei Millionen Menschen waren Teil des Titeljahres der Stadt Chemnitz und der 38 Kommunen. Chemnitz hat sich als großartiger, freundlicher und professioneller Gastgeber für Tausende Touristen gezeigt und war darüber hinaus ein gefragter Ort für Kongresse, Tagungen und eine Vielzahl weiterer Veranstaltungen. Die Menschen in Chemnitz und in der Kulturhauptstadtregion haben ihre Gäste und sich selbst überrascht. Die Tourismuszahlen zeigen – es sind messbare Zahlen –, welch großer Erfolg dahintersteht. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es sind Räume entstanden. Es sind neue Ideen entstanden. Es ist ein neues Miteinander, das sichtbar und spürbar ist. Ganz maßgeblich zu diesem Erfolg haben die mehr als 1 200 Freiwilligen beigetragen, die im Rahmen des Volunteer-Programms mehr als 40 000 Einsatzstunden ehrenamtlich erbracht haben, ein für mich großartiges Projekt, das maßgeblich zum Erfolg beigetragen hat. Andere gute Projekte wurden genannt. Die Tanzenden Nachbarn finde ich fantastisch, auch die Gelebte Nachbarschaft, dass man gemeinsam 1 500 Apfelbäume gepflanzt hat, an ganz unterschiedlichen Orten, ein Projekt, das zuvor sehr kritisiert wurde. Ich will heute aber nicht weiter in dieses Kulturhauptstadtjahr einsteigen und Projekte aufzeigen. Ich finde, all das zeigt, welche Pflanze entstanden ist, die es weiter zu hegen und zu pflegen gilt. Unser gemeinsames Ziel ist es, genau diesen europäischen Gedanken, der dem Kulturhauptstadtjahr zugrunde liegt, dieses Kulturhauptstadtgefühl lebendig zu halten und weiter in die Zukunft zu tragen. Deshalb arbeiten die Stadt Chemnitz und die Region gemeinsam mit uns – es ist vielleicht ein sperriger Begriff – an dem sogenannten Legacy-Konzept. Sie als Abgeordnete haben dafür bereits für den Haushalt für das Jahr 2026 Mittel in Höhe von 900 000 Euro vorgesehen. Ja, ich möchte an dieser Stelle wirklich auch Danke sagen. Dass Sie bereits frühzeitig diesen Kulturhauptstadtprozess finanziell mit 25 Millionen Euro mit auf den Weg gebracht haben, das, finde ich, war ein Vertrauensvorschuss. Das war nicht selbstverständlich. Der Erfolg zeigt aber, dass es eine richtige und wichtige Entscheidung war. Ich denke, auch das sollte an dieser Stelle erwähnt werden. Ja, natürlich schließe ich auch eine Bitte ein: Wir stehen in wenigen Monaten vor dem nächsten Doppelhaushalt. Wir wissen, es wird alles nicht einfach werden. Wir werden hoffentlich gemeinsam dafür sorgen, dass der Legacy-Prozess ideell und hoffentlich auch finanziell unterstützt wird. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Auch ich möchte noch einmal den Oberbürgermeister von Chemnitz zitieren. Er hat gesagt: Wir waren Kulturhauptstadt Europas und wir sind es auch weiter im Herzen. Ich denke, genau das, diese Kulturhauptstadt Europas weiter im Herzen zu tragen, das ist etwas, was wir gemeinsam weitertragen sollten, weitertragen müssen. Die Kulturhauptstadt hat gezeigt, welch große Kraft in Kunst und Kultur liegt. Sie hat gezeigt, dass es weit mehr ist als ein kulturelles Event. Die Kulturhauptstadt Europas hat gezeigt, dass es gerade in der heutigen Zeit ein ganz wichtiges Friedensprojekt ist. Es braucht unsere weitere Unterstützung. Vielen Dank. (Beifall CDU) Dritter Vizepräsident Prof. Dr. Jörg Scheibe: Wir hörten für die Staatsregierung Frau Staatsministerin Klepsch. Nun erteile ich für das Schlusswort Frau Dr. Maicher für die Fraktion BÜNDNISGRÜNE das Wort.

Protokoll ↗