Katja Dietz
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Zuerst möchte ich, Frau Kuge, kurz auf das eingehen, was Sie gesagt haben. Ja, es gibt viel mehr Ärzte, als es noch vor Jahrzehnten gab. Fragen Sie trotzdem die Menschen auf dem Land, im Erzgebirge und im Vogtland. Für sie ist das eine Verhöhnung. Sie bekommen keinen Arzttermin. Ich habe kürzlich mit einer Frau gesprochen, die zum Augenarzt nach Baden-Württemberg fährt. Das kann es doch nicht sein, zu sagen: Wir haben genügend Ärzte, wir haben zu viele Ärzte. Klar, wir müssen hier auch auf die Umverteilung schauen. Teilzeit, Bürokratie und all das muss angegangen werden. Das ist ein Riesenproblem, das sehe ich ein. Aber Sie können nicht sagen, es gebe viel mehr Ärzte als vor Jahrzehnten, und jetzt kommt damit zurecht. – Wir haben in Sachsen nur eine einzige Stadt, in der das so ist: Leipzig. Dort gibt es zurzeit keinen oder allenfalls tendenziellen Ärztemangel. Darauf wollte ich kurz eingehen. Es wurde viel dazu gesagt – ich habe einiges mitgeschrieben –, was bereits umgesetzt wurde. Wir erkennen natürlich an, dass Maßnahmen angegangen wurden, zum Beispiel die Erhöhung der Studienplätze um 100. Aber das reicht nicht. Wenn ein Gutachten, das Sie selbst in Auftrag gegeben haben, sagt, dass wir 300 zusätzliche Studienplätze brauchen, dann fehlen im Saldo 200. Genau das ist derzeit das Handeln der Staatsregierung: Man macht ein bisschen etwas, damit man nicht völlig untätig wirkt; aber der große Durchbruch bleibt aus. Verbesserungen sind nicht in Sicht. (Sören Voigt, CDU, steht am Mikrofon.) Wenn Sie die Studienplätze hier in Sachsen nicht erhöhen können oder wollen, dann müssen wir im Ausland nachlegen. Zweiter Vizepräsident André Wendt: Gestatten Sie eine Zwischenfrage von Herrn Kollegen Voigt von der CDUFraktion? – Frau Kollegin Dietz, ja oder nein?
