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Katja Dietz

AfD 03.12.2025 Sitzungen 8/22

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Wenn wir heute über die Einführung einer Landzahnarztquote sprechen, dann reden wir nicht, wie es vielleicht scheinen mag, nur über irgendein technisches Detail der Gesundheitspolitik. Wir reden über ein Thema, das tief in den Alltag der Menschen, in ihre Gesundheit, ihre Lebensqualität, ihre Würde eingreift. Wir reden auch darüber, warum wir überhaupt an diesem Punkt stehen, an dem so eine Quote nötig wird. Deshalb müssen wir zuerst über politisches Versagen sprechen. Wir stehen nämlich nicht zufällig an diesem Punkt. Wir stehen hier, weil die Staatsregierung die letzten Jahre wieder einmal viel zu spät auf Entwicklungen reagiert hat, die jeder hätte kommen sehen können, wenn man sich auch nur fünf Minuten ernsthaft mit der Versorgung im ländlichen Raum beschäftigt. Wir haben dieses Spiel eigentlich schon einmal bei den Allgemeinmedizinern durchgespielt. Die Landarztquote kam viel zu spät, nämlich erst, als die Versorgung in vielen Regionen bereits zusammengebrochen war. Jahrelang hat man diskutiert, vertröstet, geprüft und die Menschen hingehalten. Währenddessen sind die Hausärzte im Akkord in den Ruhestand gegangen. Und wer hat darunter gelitten? Die Menschen auf dem Land – nicht Sie hier im Saal, nicht die Ministerien in Dresden, sondern die Bürger, die plötzlich nur noch mit Glück einen Arzttermin bekommen haben. Im Jahr 2017 haben wir die Landarztquote erstmals gefordert. Fünf Jahre später wurde sie umgesetzt. Man hätte aus dieser Katastrophe eigentlich lernen können. Man hätte daraus lernen müssen. Aber was ist passiert? Nichts. Man hat gewartet. Wieder hat man Warnungen ignoriert. Wieder hat man so getan, als ginge das Problem schon irgendwie weg, wenn man nur lange genug die Augen zudrückt. Dabei lagen die Fakten zur zahnärztlichen Versorgung genauso auf dem Tisch: überalterte Praxen, fehlende Nachfolger, absehbare Versorgungslücken. Jede Bedarfsplanung, jeder Kammerbericht hat es doch gezeigt. Trotzdem hat die Staatsregierung so gehandelt, als sei das alles nur ein theoretisches Planspiel. Die Realität sieht jedoch anders aus – dramatisch anders. Schon heute sind 37 % aller Zahnärzte in Sachsen über 60 Jahre alt. Das heißt, mehr als ein Drittel wird in den nächsten zehn Jahren aus dem Beruf ausscheiden – und das ist der Landesdurchschnitt. Schauen wir doch mal in die ländlichen Regionen. Dort sieht es doch noch viel düsterer aus. Bei mir im Erzgebirge ist bereits heute jeder zweite Zahnarzt über 60 Jahre alt. Wenn wir zehn Jahre weiterdenken, reden wir von einer Situation, in der drei Viertel der Zahnärzte nahe am Rentenalter oder eigentlich schon darüber hinaus wären. Das ist keine Prognose, das ist ein Countdown. Was ist nun die Lösung? Sie verteilen ganze neun Plätze pro Jahr an zukünftige Landzahnärzte – neun! Nicht neu geschaffene Plätze, wohlgemerkt, es sind neun bestehende Studienplätze, deren Bewerber sich verpflichten müssen, später im ländlichen Raum zu arbeiten. Ganz ehrlich: Glauben Sie wirklich, dass neun Landzahnärzte pro Jahr auch nur annähernd ausreichen werden, um die dramatische Unterversorgung zu verhindern? (Gerald Eisenblätter, SPD, steht am Mikrofon.) Das löst das Problem nicht, das streichelt es höchstens mal kurz über den Kopf. Vierter Vizepräsident Albrecht Pallas: Frau Kollegin, gestatten Sie eine Zwischenbemerkung oder -frage von Herrn Kollegen Eisenblätter?

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