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Prof. Constanze Geiert

03.12.2025 Sitzungen 8/22

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Ich darf heute für meinen Kollegen Schuster das Thema „Rolle vorwärts“ besprechen. Ich werde auch nur zur Rolle vorwärts sprechen; die Rolle rückwärts – das gebe ich zu – habe ich leider nie beherrscht. (Heiterkeit) Warum sprechen wir darüber? Weil zum Selbstverständnis des Freistaates Sachsen stets der Sport gehörte und gehört. Dafür sprechen nicht nur olympische und paraolympische Rekorde und gut gefüllte Trophäenschränke, dafür spricht vor allem die große Beliebtheit, die der Sport im Freistaat Sachsen genießt. In diesem Jahr haben wir erneut den Mitgliederrekord im Landessportbund gerissen. Inzwischen sind mehr als 725 000 Menschen in unseren Vereinen eingeschrieben. Sachsen war schon immer Sportland und wird auch in Zukunft Sportland sein. Dieses Selbstverständnis trägt uns nach wie vor trotz angespannter Haushaltslage. Als wir im Frühjahr über den Haushalt verhandelt haben, stand zwar auch beim Thema Sport einiges zur Debatte, aber wir haben schon damals als Staatsregierung deutlich gemacht, welchen Stellenwert das Thema für uns hat. Für die Rolle vorwärts im Sport haben wir damals in der Staatsregierung und hier im Hohen Haus gemeinsam Anlauf genommen, und zwar mit Erfolg. Deshalb ist übrigens der Sportgipfel unseres Ministerpräsidenten vor wenigen Wochen so gut verlaufen. Die Entscheidungsträger im Sport, die Verbände, die Vereine, die Ehrenamtlichen erkennen alle an, dass der Freistaat ihnen treubleibt. Das zeigt sich vor allem an drei bedeutenden Entwicklungen. Da wäre – erstens – der Rekordzuwendungsvertrag für den Landessportbund. Der passiert nächstes Jahr erstmals die 30-Millionen-Euro-Marke. Zusätzlich sollen im Jahresverlauf 2026 noch einmal mehr als 400 000 Euro dazukommen. Das sind die höchsten konsumtiven Fördermittel für die Sportvereine seit dem Jahr 1990. Dieser Vertrag ist eines der sinnvollsten sportpolitischen Instrumente, die es gibt. Er ist ein tolles Beispiel für ein Best Practice in Sachen Bürokratieabbau – nicht zuletzt, weil wir damit das Verwaltungsverfahren straffen und mehr als 3 000 Förderverfahren schlank und effizient erledigen können. Vorangegangen sind wir – das wurde hier auch schon erwähnt – beim Thema Trainervergütung. Für das kommende Jahr konnten wir im ersten Zuwendungsvertrag bereits einen Mittelaufwuchs von 1,5 Millionen Euro festschreiben. Außerdem haben wir aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und endlich die akademische Trainerausbildung zurückgeholt. An der Uni Leipzig ist vor Kurzem der Bachelor-Studiengang „Sportwissenschaft, Bewegung, Training und Leistung“ gestartet. Die zweite Entwicklung, auf die ich hinweisen möchte, berührt ebenfalls das Thema Investitionen. Das sind Investitionen, die im Frühjahr noch nicht abzusehen waren, als wir erst einmal auf Lücke gehen mussten. Ich möchte Sie daran erinnern, was mein Kollege Schuster damals in Aussicht gestellt hat: „Wir schauen, ob in Sachen Sondervermögen evtl. doch noch etwas gehen kann.“ Dieses Versprechen haben wir eingehalten; denn seitdem ist einiges gegangen. Dass der Sport beim Sondervermögen überhaupt mitgedacht wird, hat übrigens vor allem Sachsen beim Bund ausgehandelt. Spätestens mit der Vereinbarung vom 20. Oktober steht fest: 60 % sollen in die kommunale Infrastruktur und in Vorhaben des kommunalen Interesses fließen, ein Teil davon selbstverständlich in den Sport. Dieses und nächstes Jahr stehen voraussichtlich 15 Millionen Euro aus dem Landesbudget für Investitionen allein für Sportstätten zur Verfügung. Hinzu kommen Maßnahmen für die sächsische Olympia-Bewerbung, die aus meiner Sicht ein tolles Signal an alle sportbegeisterten Menschen im Freistaat ist; das gilt nicht nur für die sächsischen Sportlerinnen und Sportler des Spitzensports, die sich vor der heimischen Kulisse mit den Besten aus aller Welt messen möchten. Wie ernst wir es mit der Wettbewerbsfähigkeit meinen, zeigt sich auch bei den Initiativen der Bundesregierung, zum Beispiel bei der geplanten Erhöhung der Spitzensportförderung um 150 Millionen Euro ab 2026. Selbstverständlich gehört zu einer gesunden Sportförderung mehr als der Spitzensport. Umso mehr freue ich mich über die Sportmilliarde, die die Bundesregierung im Koalitionsvertrag beschlossen hat. Seit dem 10. November können Kommunen und Landkreise Projektskizzen beim Bund einreichen. Ich möchte ausdrücklich dazu aufrufen und ermuntern, das zu nutzen. Spitzensport und Breitensport sind in meinen Augen keine Gegner, sondern zwei Größen, die sich gegenseitig anstacheln und voneinander profitieren. Ja, auch der Breitensport profitiert erheblich von Spitzensportveranstaltungen. Der Breitensport entwickelt sich nämlich dort am besten, wo erfolgreiche Athletinnen und Athleten Vorbildwirkung entfalten, indem sie ihre beste Leistung abrufen oder Jagd auf Rekorde machen. Umgekehrt werden sich dort die besten Talente entwickeln, wo der Sport insgesamt die größte Wertschätzung erfährt und wo alle unter den besten Voraussetzungen trainieren und sich fit halten können. Dieses Prinzip beherzigen wir, damit alle Menschen im Freistaat von der Sportförderung profitieren können. Das bringt mich zu meinem dritten und letzten Punkt. Wir fördern weiterhin Großveranstaltungen, wie beispielsweise das Turnfest oder die Finals, die Anfang August so tolle Bilder aus Dresden in die ganze Welt geschickt haben. Solche Ereignisse haben eine phänomenale Strahlkraft. Sie inspirieren gerade die jungen Menschen, die im Sommer zu Tausenden ins Stadion, in die Sportarenen und auf den Neumarkt gepilgert sind. Diese Events strahlen auch in andere Felder aus. Sie sind Werbung für Sachsen und locken Besucherinnen und Besucher an. Allein bei den Finals hatten wir bei der ARD und dem ZDF vier Tage lang Einschaltquoten im Millionenbereich. Wann können wir das schon aufweisen? Ähnlicher Beliebtheit erfreut sich – auch das ist vorhin schon angesprochen worden – der Wintersport. Nächste Woche steht der Weltcup im Skispringen in Klingental an. In Oberwiesenthal und in Altenberg folgen im Januar der Weltcup im Bob und Skeleton sowie die Juniorenweltmeisterschaften im Rodeln. Um auch hier an der Entwicklung dranzubleiben, erarbeiten wir eine entsprechende Wintersportstrategie; denn diese Veranstaltungen werden von Millionen von Zuschauern verfolgt. Hiermit wird sich der Freistaat Sachsen vor aller Welt präsentieren. Auch bei diesen Wettbewerben werden Menschen Lust bekommen, selbst mitzumischen und etwas auszuprobieren. Auf diesen Effekt, der der Gesundheit genauso zugutekommt wie den vielen Sportvereinen im Freistaat, bauen wir und setzen deshalb weiterhin klare Signale für ein Sportland Sachsen. Das heißt für uns, neben den nötigen Investitionen dem Sport auch in Zukunft Möglichkeiten zu geben, sich zu entfalten, und vor allem diejenigen zu würdigen, die sich für den Sport engagieren, egal ob als Leistungssportler oder im Ehrenamt. Den Übungsleiterinnen und -leitern, den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern, denen, die als Gerätewart oder im Vereinsvorstand dabei sind, und vielen anderen mehr gilt unser Dank. Ihr Beispiel macht deutlich, dass alle gefragt sind. Der Sport lebt von Begeisterung, von Engagement und vom größtmöglichen Rückhalt. Deshalb möchte ich Ihnen, Tagesordnungspunkt Zweite Beratung Erstes Gesetz zur Änderung des Drucksache 8/3802, Gesetzentwurf Drucksache 8/4919, Ausschusses für Verfassung, Den Fraktionen wird das Wort zur allgemeinen Aussprache erteilt. Zuvor frage ich den Berichterstatter des Ausschusses, Herrn Wiesner, ob er das Wort wünscht. – Das wünscht er nicht. Dann gebe ich folgende Reihenfolge in der ersten Runde vor: CDU, AfD, BSW, SPD, BÜNDNISGRÜNE, Die Linke, fraktionsloser MdL sowie Staatsregierung, wenn gewünscht. Zuerst spricht für die CDU-Fraktion Kollege Weinrich; bitte schön.

Protokoll ↗