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Heiko Gumprecht

AfD 03.12.2025 Sitzungen 8/22

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Wer die Anhörung der Enquetekommission zu Kommunalhaushalten am Montag live oder im Nachgang verfolgt hat, weiß: Um das Sportland Sachsen braucht sich niemand einen Kopf machen. Wenn Herr Kretschmer und seine Ministerien sowie der Landtag nicht möglichst sofort die Weichen auf eine vernunftorientierte Einnahme- und Ausgabenpolitik stellen, ist spätestens 2027 in Sachsen flächendeckend, wie man bei uns im Erzgebirge sagt, Schicht im Schacht. Herr Kretschmer und Herr Schuster träumen derweil in bester Kängurumanier – also mit leerem Beutel große Sprünge machend – davon, Olympia nach Sachsen zu holen und nach Möglichkeit sächsischen Sportlern auf dem Podest zu gratulieren. (Heiterkeit AfD) Die Grundlagen für die Sportlerinnen und Sportler von morgen müssen wir aber heute legen. Dies gelingt nicht mit geschlossenen Schwimmhallen, verwilderten Sportanlagen oder maroden Turnhallen und auch nicht ohne fachkundiges Trainerpersonal. Dies alles setzen wir aufs Spiel, wenn wir die Kommunen, Städte und Landkreise weiter im Stich lassen. Noch ist Sachsen ein Sportland in Bewegung. Von unseren rund 4 Millionen Bürgerinnen und Bürgern sind 726 000 in sächsischen Sportvereinen organisiert. Das bedeutet, dass fast jeder Fünfte Sport aktiv lebt. Unsere Vereine sind das Rückgrat der Bewegung in unserem Land. Doch trotz dieser starken Vereinskultur zeigen unsere Kinder beim Schuleintritt Defizite. Die Schulaufnahmeuntersuchung 2022/2023 offenbart es deutlich: 22,7 % der Kinder wiesen Auffälligkeiten im Bereich der Visuomotorik auf, also bei Fähigkeiten wie der Auge-Hand-Koordination, die für Schreiben, Zeichnen und alltägliche Tätigkeiten entscheidend sind. Gleichzeitig zeigt die Analyse des sogenannten BARMER-Kinderatlas, dass sich der Anteil der Sechs- bis Zwölfjährigen mit ärztlich diagnostizierten motorischen Entwicklungsdefiziten in Sachsen von 2,6 % im Jahr 2005 auf über 5 % im Jahr 2023 nahezu verdoppelt hat. Was bedeutet das für uns? Es bedeutet, dass gezielte sportliche Bewegung in den Vereinen diese Defizite kompensieren kann. Hier kommt der immense Wert unserer Sportvereine und ihrer meist ehrenamtlichen Übungsleiter zum Tragen. Sie sind es, die Kinder fördern, sie motivieren und ihnen die Freude an Bewegung vermitteln. Wir müssen aber noch einen Schritt weitergehen. Es gilt, gezielte Maßnahmen systematisch umzusetzen. Herr Pallas hat bereits einige Maßnahmen angesprochen: Motorische Ausbildung muss bereits in der Kita verankert werden, Bewegung muss Teil des Bildungsplans werden, Coach-Lehrkräfte und Bewegungscoaches müssen eingesetzt werden, die im ganztags bei Schulwettbewerben und Sportangeboten koordinieren, Bewegungschecks müssen eingeführt werden und eine Lernstandsanalyse muss eingeführt werden, die Sport und Bewegung zur Talentförderung miteinander verknüpft. Kinder müssen wieder lernen, ihre Leistung einzuordnen. Dazu sind Wettbewerbe mit klaren Ergebnissen notwendig. Es kann nicht sein, dass es im sportlichen Wettstreit keine Sieger mehr geben darf. Neben der Breitenförderung dürfen Leistungssport und dessen Vorbildfunktion nicht vergessen werden. Schließlich wollen wir Medaillengewinner entwickeln, zu denen unsere Kinder und Jugendliche aufblicken. Auch hierfür brauchen wir eine qualifizierte Ausbildung und angemessene Entlohnung der Trainer, zum Beispiel nach dem Vorbild von Sachsen-Anhalt. Ein erster Schritt ist bereits getan: An der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig hat die akademische Trainerausbildung mit den ersten 54 Studenten begonnen. Der letzte Sportgipfel hat gezeigt, dass der Fokus auf eine bessere Bezahlung der Trainer gesetzt wurde. All diese Maßnahmen zielen darauf ab, eine gesunde und leistungsstarke Jugend heranwachsen zu lassen. Sachsen kann die Rolle vorwärts meistern, wenn wir heute und nicht erst morgen die richtigen Weichen dazu stellen. Zu einer Rolle vorwärts sind folgende Fähigkeiten notwendig: Mut, Selbstvertrauen, Zuversicht, Anpassungsfähigkeit, Voraussicht, Fokus, Entschlossenheit und zuletzt die Selbstreflexion. Dies alles sind Attribute, die uns Sachsen auf der ganzen Welt ausgezeichnet haben. Wenn wir uns auf diese Kompetenzen besinnen – Herr Kretschmer und Herr Schuster, die aktuell nicht anwesend sind –, dann funktioniert es nicht nur im Sport, sondern auf allen Ebenen, und wir können wieder mit Stolz sagen: So geht sächsisch. Danke. (Beifall AfD) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollege Gumprecht sprach in dieser zweiten Rederunde für die AfD-Fraktion. Gibt es seitens der anderen Fraktionen, die noch Redezeit haben, noch Redebedarf? – Jawohl, das sehe ich, Kollege Böhme für die Fraktion BSW, bitte schön.

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