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Susanne Schaper

Die Linke 03.12.2025 Sitzungen 8/22

Vielen Dank. Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir reden heute über Sportpolitik, aber eigentlich reden wir über weit mehr. Wir reden über gesellschaftlichen Zusammenhalt, über Bildung, über Gesundheit, über Inklusion und Teilhabe und darüber, ob dieser Freistaat bereit ist, in seine Zukunft zu investieren oder weiter an ihr zu sparen. Der Landessportbund hat es deutlich gesagt: Wir haben die Stimme für 720 000 Mitglieder erhoben. Diese Stimme sagt uns: Es fehlt an Investitionen, an Planung, an Sicherheit. Es fehlt an einem Bildungsfreistellungsgesetz, das vielen ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainern sowie Übungsleitern mehr Möglichkeiten zur weiteren Qualifizierung bieten würde. Sachsen bezeichnet sich sehr gern als Sportland, doch der Zustand vieler Sportstätten – die Vorredner sind schon darauf eingegangen – spricht leider eine andere Sprache. Wir brauchen endlich einen sächsischen „goldenen Plan“, also einen Sportentwicklungsplan, der verbindlich macht, was heute dem Zufall überlassen wird: Wie steht es um die Sportstätten in unseren Kommunen? Wo gibt es Bedarf? Wo ist Sanierungsstau? Wo droht der nächste Hallen- oder Bäder-Lockdown? Ein solcher Plan muss ein integriertes Stützpunkt-, Standort- und Sportstättenkonzept umfassen, damit das Sportland Sachsen nicht an seiner eigenen Infrastruktur scheitert. Das Ertrinken gehört inzwischen zu den häufigsten Unfalltodesursachen bei Kindern unter 15 Jahren. Immer mehr Kinder können nicht schwimmen. Schwimmen ist Daseinsvorsorge. Und auch hier gilt: Ohne funktionierende Infrastruktur bleibt das Versprechen auf der Strecke. Sport ist für Millionen von Menschen Alltag; er stiftet Identität, baut Vorurteile ab, fördert Gesundheit und vor allen Dingen Selbstvertrauen. Aber Breitensport wird viel zu häufig wie eine Restgröße behandelt. Es muss ein echtes Miteinander von Breitensport und Leistungssport geben. Es ist doch ein offenkundiges Ungleichgewicht, immer mehr Geld in Olympiastützpunkte zu stecken, während kleine Vereine um Hallenzeiten kämpfen. Wer Spitzensport will, muss beim Kleinsten anfangen; das ist logisch. Wer aber nur die Option zur Wiedereinführung der dritten Sportstunde in Grundschulen eröffnet und über weiterführende Schulen und Berufsschulen gar nicht erst redet, hat dieses simple Prinzip von Nachwuchsförderung schlicht und ergreifend nicht verstanden. Sportland Sachsen in Bewegung: Wie gelingt eine Rolle vorwärts? Gar nicht ohne ein breites und ehrenamtliches Engagement. Ohne Ehrenamt steht der Sport still; ohne Trainerinnen und Trainer, ohne Schiedsrichter/-innen, ohne Vereinsvorstände läuft gar nichts. Aber das Ehrenamt steht enorm unter Druck. Es ist essenziell, dass wir unseren Fokus auf die Stärkung und Unterstützung des Ehrenamts im Sport richten. Während Kommunen ihre maroden Hallen schließen müssen, plant die Staatsregierung Großinvestitionen in Arena-Olympia-Projekte. Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Wenn Olympia unbedingt nach Sachsen kommen soll, dann nehmen Sie dafür die Bundes-Sportmilliarde. (Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Die reicht nicht!) Die Kommunen werden mit ihren klammen Kassen ohnehin kaum an der Förderung partizipieren können. Wir können nicht gleichzeitig vom Sportland Sachsen sprechen und die Grundlagen des Sports vernachlässigen. (Zuruf Thomas Thumm, AfD) Sport ist kein Luxus, Sport ist nicht nur ein Hobby für schöne Zeiten. Sport ist Daseinsvorsorge, Integration, Jugendförderung, Gesundheitspolitik und auch Demokratiearbeit. Dafür braucht es ein verbindliches Sportförderungsgesetz und eine solide Finanzierung, die diesen Namen auch verdient. Sachsen kann ein Sportland sein – ein echtes, kein PR-Projekt. Dazu braucht es Mut zur Prioritätensetzung: für die Vereine, für die Kinder, für die Ehrenamtlichen, für ein Sachsen, in dem Sport wirklich für alle da ist. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall Die Linke) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollegin Schaper sprach für die Fraktion Die Linke. Damit haben wir die erste Rederunde absolviert und steigen jetzt in die zweite Rederunde ein. Kollege Berger möchte nicht sprechen. Deshalb spricht in der zweiten Rederunde für die SPDFraktion Kollege Pallas.

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