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Ralf Böhme

BSW 03.12.2025 Sitzungen 8/22

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Im Titel ist ein gutes Stichwort zu finden, und zwar „Rolle vorwärts“. Das ist der erste Ansatz für Veränderungen, die wir in unserem Land im Sport schaffen müssen. Ich hörte von einer Trainerin, die 40 Jahre Medaillengewinner bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften hervorgebracht hat, dass Kinder heute kaum noch in der Lage sind, eine Rolle vorwärts auszuführen. Betrachten wir den Begriff des Sportlandes Sachsen, der hier verwendet wird. Dieser Ruf ist selbstverständlich gerechtfertigt. Worauf begründet sich dieses Image in erster Linie? Natürlich sind es die Idole des Leistungssportsystems der DDR. Namen wie Ulrich Wehling, Karin Enke, Christa Luding, Andrea Ehrig, Jens Weißflog, Kristin Otto und natürlich Katharina Witt sind Repräsentanten eines Systems, das die sportlichen Erfolge auf internationaler Ebene auf wissenschaftlicher Grundlage und mit einem entsprechend strikten Trainingsregime verdeutlicht haben. Glücklicherweise brachte Sachsen auch nach dem Niedergang des Leistungssports seit 1990 erfolgreiche Sporthelden hervor. Hier beschränke ich mich stellvertretend auf den Namen Tom Liebscher. Besonders bemerkenswert ist die Vielfalt der Sportarten, in denen sächsische Olympiasieger und Weltmeister zu beklatschen waren. Es waren die Leichtathletik, das Schwimmen, das Rudern, der Radsport, das Gewichtheben, der Eisschnelllauf und der Eiskunstlauf, das Skispringen und weitere Sportarten. Das war die Betrachtung der leistungssportlichen Traditionen im Freistaat Sachsen. Mindestens genauso hoch, wenn nicht sogar höher einzuschätzen ist jedoch die Bedeutung des Breitensports, und zwar die für die gesellschaftliche Stabilität in unserem Land. Als im Jahr 2015 die Kontrolle und Steuerung von Zuwanderung aufgegeben wurde, spielten Sportvereine die entscheidende Rolle bei der Integration der Neuankömmlinge. Man möchte sich nicht vorstellen, welche gesellschaftlichen Spannungen aufgetreten wären, wenn es diese Zehntausenden Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler in den Vereinen nicht gegeben hätte, die genau diese Integrationsleistung erbracht haben. (Beifall BSW) Ebenso spielt der Sport eine bedeutende gesellschaftliche Rolle durch die Prägung der individuellen Persönlichkeit, durch die Vermittlung von Stärken wie Leistungsbereitschaft, Freude am Wettbewerb, Verarbeitung von Sieg und Niederlagen. Das BSW zog aus diesen Fakten eine klare Schlussfolgerung in den Verhandlungen zum aktuellen Haushalt. Initiativen und Anträge des BSW umfassten mehr als 40 Millionen Euro – beispielsweise für die Verbesserung der Vereinsinfrastruktur und die Hebung der Trainerbezahlung auf das Niveau der Nachbarländer. Von den haushalttragenden Parteien wurde eine Einigung in dieser Hinsicht verhindert. Die CDU und die anhängenden Parteien haben sich damit leider gegen den sächsischen Sport positioniert. Eine weitere Kraft, die der Sport entfalten kann und die aus meiner Sicht eine umfassende Wertschätzung erhalten muss, ist: Sport bewirkt Völkerverständigung. Dieser Begriff ist mittlerweile in der deutschen Politik fremdgeworden. Jedoch: Der Glanz der Olympischen Spiele verkörpert diese Idee der Völkerverständigung in begeisternder Art und Weise. Die Versuche, die Spiele nach Deutschland zu holen – 2036, 2040 oder 2044 –, verdienen und erhalten unsere volle Unterstützung. In diesem Zusammenhang liegt die Frage nahe, warum Sachsen bezüglich der Bewerbung um Olympia nur an Berlin angedockt ist, wo sich mittlerweile bekanntermaßen eine Mehrheit gegen Olympia positioniert. Herr Schuster kann heute zu diesem Thema leider kein Licht ins Dunkel bringen. (Zuruf Felix Hitzig, CDU) – Richtig. Zweiter Vizepräsident André Wendt: Die Redezeit ist abgelaufen.

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