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Matthias Berger

fraktionslos 30.10.2025 Sitzungen 8/21

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Als kleines Warm-up möchte ich zu den Vertretern von CDU und SPD sagen, dass es viele Dinge gibt, die nicht hierher gehören. Wir machen uns lächerlich, wenn wir darüber reden. Aber über unsere Kinder und deren Schulen kann man nicht oft genug reden. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, wie ich mich dazu äußern werde. Da ich ein bekennender Tucholsky-, aber auch Erich-Kästner-Fan bin, habe ich mich gefragt: Wie würde Erich Kästner „Das fliegende Klassenzimmer“, welches wir alle kennen, heute schreiben? Angesichts der Probleme in Sachsens Schulen – wie Lehrermangel, fehlende Digitalisierung, heterogene Zusammensetzung der Klassen durch viele Migrantenkinder, arme und reiche Elternhäuser, Obsessionen wie Veganismus, Körperwahn, Rassismus – würde Kästner nicht fünf, sondern mindestens 12 Protagonisten erfinden müssen. Das ist leider die Realität in vielen Schulen Sachsens, in denen Kinder versuchen, Gemeinschaft zu leben, und Lehrer versuchen, Menschen zu bleiben, wo Armut, Inklusion, psychische Belastungen und Lehrermangel jeden Tag aufeinandertreffen, wo Bürokratie den Mut frisst und trotzdem Hoffnung wächst mit jeder Lehrerin, die sagt: Ich bleibe, weil ihr mich braucht. Diese Lehrerinnen und Lehrer gibt es in unserem Land. Allein sie sorgen dafür, dass diese Geschichte noch nicht „Das uns um die Ohren fliegende Klassenzimmer“ heißt. Aktuell fallen durchschnittlich 10 % der Stunden aus. Schulen sind stark sanierungsbedürftig. Die neuen Maßnahmepakete für die sächsischen Schulen haben dafür gesorgt, dass Lehrkräfte keine Altersermäßigungsstunden mehr bekommen, (Zuruf Andreas Nowak, CDU) teilweise zumindest. Die Welle der Stundenkürzungen stellt die Belastbarkeit unserer Lehrkräfte immer mehr auf die Probe. Am Ende verlieren unsere Kinder. Erich Kästners Werke wurden verbrannt. Sie waren zu laut, zu aufmüpfig. Leise sollte er sein, damit die Wahrheiten in seinen Geschichten ungehört bleiben. Lassen Sie uns diese Fehler nicht erneut machen. Lasst uns hinhören, helfen, kluge Dinge beschließen für das Wichtigste, das wir haben, unsere Kinder. (Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Haben Sie gerade die Bücherverbrennungen und die aktuelle Bildungspolitik gleichgesetzt?) Erich Kästner sagte einmal: „An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.“ Schule darf kein Ort des Überlebens sein. Sie muss wieder ein Ort des Lebens werden. Ich werde natürlich zustimmen. Vielen Dank. (Beifall AfD und BSW) Vierter Vizepräsident Albrecht Pallas: Herr Berger, Sie gestatten mir bitte die Zwischenbemerkung, dass auch ich – wie offensichtlich Herr Lippmann – es so verstanden habe, dass Sie die Verbrennung der Werke von Erich Kästner und anderen Autoren durch die Nazis – im Übrigen fand hier in Dresden eine der ersten Bücherverbrennungen statt – gleichgesetzt haben mit einem Diskurs über Bildung, in dem missliebige Äußerungen leise sein sollen. Ich hoffe, dass ich mich dabei verhört oder Sie missverstanden habe. Wenn es stimmen sollte, dann ist dieser Vergleich ziemlich in die Hose gegangen; denn er ist dazu geeignet, dieses Hohe Haus in einem sehr ungünstigen Licht darzustellen. Ich gebe Ihnen kurz die Gelegenheit, das zu erklären, wenn Sie es wünschen.

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