Sebastian Wippel
Vielen Dank, Herr Präsident. Geduld ist eine meiner Stärken. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe schon darüber gesprochen, was mir missfällt, über das, was ich nicht möchte. Aber vielleicht reden wir einmal über das, was wir wollen, wie wir uns die Zukunft vorstellen, wie ich mir die Zukunft vorstelle. (Juliane Nagel, Die Linke: Das muss ich nicht hören!) – Frau Nagel, es tut mir leid, dass Sie das hören müssen. Sie können sich jetzt Watte in die Ohren stecken. Sie können hinausgehen, noch einen Joint rauchen oder keine Ahnung, irgendetwas anderes in der Zwischenzeit machen; was auch immer Ihnen beliebt und Ihnen gute Laune macht, tun Sie es gern. Aber ich werde jetzt hier einfach meinen Redebeitrag halten. Wissen Sie, ich möchte ein Land, in dem die Familien Ihre Kinder nicht aus Angst vor Übergriffen auf den Spielplatz begleiten oder ins Schwimmbad bringen oder die Kinder zu Hause behalten müssen, weil sie sie nicht mehr rauslassen wollen. Ich möchte ein Land, in dem die Kinder auf dem Schulweg fröhlich sind, wo sie den Schulweg allein zurücklegen und nicht aus Angst in die Schule gebracht werden müssen, wo sie dann in einer gut sanierten Schule ankommen, in der sich motivierte Lehrer ganz dem Lernstoff und den Kindern widmen, ohne dass ein Hauch von Mobbing in dem Raum schwebt. Ich möchte ein Land, in dem wir Gäste als Gäste und Mitarbeiter als Mitarbeiter willkommen heißen und keinen Argwohn hegen, weil wir wissen, wenn Sie denn Kriminelle wären, dass sie schon längst nicht mehr hier sein würden. Ich möchte ein Land, in dem man sich wieder als unbewaffneter und friedliebender Mensch traut, andere freundlich auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen und nicht immer die Polizei rufen muss, nur weil irgendwo eine Ruhestörung von irgendwelchen Nachbarn ist, deren Sprache man nicht versteht. Ich möchte ein Land, in dem das Wort „Waffenverbotszone“ der Vergangenheit angehört, weil wir die Messerund Umbringekultur endgültig verabschiedet haben. Ich möchte ein Land, in dem wir gesellige Abende und Volksfeste wieder unbekümmert feiern können und die einzige Sorge, die ich haben muss, der Kater am Morgen danach ist. Ich möchte ein Land, in dem ich am Morgen nach dem Fest einen Spaziergang durch gepflegte Innenstädte und gepflegte Parks machen kann. Ich möchte ein Deutschland, in dem ich als Deutscher wieder gut und gerne leben möchte, ein Deutschland, über das man im Ausland nicht den Kopf schüttelt, sondern das wieder Anerkennung genießt. Ich möchte ein Deutschland, wie wir es von unseren Vorfahren geerbt haben, und so möchte ich es gerne auch an meine Kinder und meine Enkel weitergeben. Nicht mehr und nicht weniger. Herzlichen Dank. (Beifall AfD) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollege Wippel sprach in dieser dritten Rederunde für die AfD-Fraktion. Gibt es weiteren Redebedarf seitens der anderen Fraktionen in dieser dritten Rederunde? – Das sehe ich nicht. Jetzt frage ich noch einmal die AfD-Fraktion: Haben Sie Interesse an einer vierten Rederunde? (Sebastian Wippel, AfD: Nein, vielen Dank, Herr Präsident!) Kein Interesse, dann übergebe ich jetzt an die Staatsregierung, an Herrn Staatsminister Schuster. Bitte schön.
