Dr. Frank Kromer
Verehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Nachrichten zur Chipversorgung durch Nexperia glichen in den letzten Tagen einer Achterbahn. Ein Beispiel dazu: am Montag 15:12 Uhr auf „Der Aktionär“: „Volkswagen: Blume gibt Entwarnung“. Also alles gut? Nein. Schon um 15:48 Uhr hieß es bei „Bild“: „Kurzarbeit bei Bosch am Standort Salzgitter wegen Engpässen bei Nexperia-Chips“. Meine Damen und Herren! Dieser kurze Blick zeigt, wie angespannt die Lage ist. Dabei reden wir nicht von hochmodernen 7-Nanometer-Chips, wie sie vielleicht für die KI-Berechnung gebraucht werden. Nein, wir reden hier von Computerchips einer etablierten Technologie mit 110 Nanometern aufwärts. Wir reden noch nicht einmal überhaupt von der Chipproduktion. Zum Teil geht es gar nicht um die Chipproduktion. Es geht darum, Chips, die produziert wurden, aus den Wafern herauszusägen und zu verpacken, weil ich erst dann ein Bauteil habe. Das findet zum Teil eben nicht mehr an dem Standort statt, an dem der Chip produziert wurde, sondern anderswo, in dem Beispiel in China. Dort wurde der Export dieser Bauteile eingeschränkt. Das zeigt die globale Vernetzung von Lieferketten. Es zeigt auch die Verletzbarkeit.
