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Barbara Klepsch

29.10.2025 Sitzungen 8/20

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Bereits im Mai dieses Jahres haben wir in diesem Hohen Hause über das immaterielle Kulturerbe gesprochen. Wir waren uns einig: Das immaterielle Kulturerbe ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer sächsischen Identität. Es muss lebendig sein, sich weiterentwickeln und für die nachkommenden Generationen attraktiv bleiben. Diese Lebendigkeit ist das zentrale Kriterium für die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis für das immaterielle Kulturerbe. Wie wir uns im Mai bereits ausgetauscht haben, sind wir im Freistaat gut aufgestellt. Wir haben 13 Anträge im bundesweiten Verzeichnis. Drei Beispiele: Der Musikinstrumentenbau, die traditionelle Bergparade oder unser sächsisches Bergsteigen sind Beispiele, wie tief Kultur bei uns verwurzelt ist. Gleichzeitig – und das haben die Vorredner auch schon zum Ausdruck gebracht – ist die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe auch ein Zeichen der Wertschätzung für das große ehrenamtliche Engagement unserer Bürgerinnen und Bürger, die diese vielfältigen Kulturformen pflegen und weitergeben. Ja, ein hervorragendes Beispiel für dieses leidenschaftliche Engagement erleben wir jedes Jahr am Sachsenring. Der Motorrad Grand Prix ist weit mehr als nur ein sportliches Event. Eine einzigartige Fankultur macht ihn zu einem Phänomen, prägt die Identität einer ganzen Region, zieht über Generationen hinweg Menschen in ihren Bann – die Vorredner haben es trefflich zum Ausdruck gebracht. Ina Klemm hat noch einmal die Wirkung für die Region sehr deutlich aufgezeigt. Bei der MotoGP wird bereits heute ein anderes immaterielles Kulturerbe mitgelebt. Viele wissen es: Es ist in der Tat ein sehr bewegender Moment, wenn das Bergmusikkorps das Steigerlied anstimmt und alle Zuschauer dieses Lied dann mitsingen. Ja, das ist Gänsehaut pur. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Um die Träger von Traditionen und Bräuchen zu unterstützen, haben wir im Freistaat Sachsen im Jahr 2023 die Beratungs- und Forschungsstelle Immaterielles Kulturerbe in Sachsen am Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde eingerichtet. Frau Reppe und ihr Team leisten hierbei – wie ich finde – hervorragende Arbeit. Für das laufende Verfahren können Anträge noch bis Freitag, 31.10.2025, eingereicht werden. Noch einmal zum Verfahren: Bis Ende März 2026 trifft jedes Bundesland aus allen Bewerbungen eine Vorauswahl und kann bis zu vier Bewerbungen bei der Kulturministerkonferenz einreichen. Wir hier in Sachsen – auch daran möchte ich noch einmal erinnern – haben uns ein Vorauswahlverfahren gegeben, das regelt, dass die Bewertung der eingegangenen Anträge vom Sächsischen Kultursenat vorgenommen wird. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Neben der Fankultur am Sachsenring liegen uns fünf weitere Anträge vor und zwei weitere Anträge sind noch angekündigt. Viele von uns sind, denke ich, begeisterte Sachsenring-Fans. Eine erfolgreiche Aufnahme wäre wohl ein starkes Argument, dass der Sachsenring auch nach 2031 bleibt und der MotoGP weiter stattfinden kann. Aber, ich glaube, es ist wichtig, hier Folgendes noch einmal zu betonen: Der Respekt vor den soeben erwähnten anderen Bewerbern und dem angesprochenen noch laufenden Verfahren gebietet es mir, noch einmal darauf hinzuweisen, dass der Antrag zur Anerkennung der Fankultur am Sachsenring im Vorauswahlverfahren nach den gleichen Maßstäben geprüft werden wird wie alle anderen Anträge auch. Ein faires Verfahren gebietet es uns, in einem laufendem Bewerbungs- und Anerkennungsprozess keine Vorfestlegungen auf einzelne Bewerber zu treffen, zumal sich schon jetzt abzeichnet, dass es nicht alle Bewerber auf die sächsische Vorschlagsliste schaffen können. Daher möchte ich an dieser Stelle den Vorschlag, der hier schon eingebracht oder diskutiert wurde, den Antrag in den Ausschuss zu verweisen, noch einmal unterstützen, um vertieft die Thematik der Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis noch einmal stärker zu diskutieren. Vielen Dank. (Beifall CDU und Staatsregierung) Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Vielen Dank. Für die Staatsregierung sprach Frau Staatsministerin Barbara Klepsch. Wir kommen zum Schlusswort, das Herr Abg. Rudolph für den Antragsteller, die BSW-Fraktion, hält. Bitte schön.

Protokoll ↗