Ralf Böhme
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Um zuerst auf die Geringschätzung für die Aktivitäten der Sachsenring Event GmbH einzugehen, die hier besonders der Kollege Lippmann und der Kollege Dulig ausgedrückt haben: Selbstverständlich fände ein immaterielles Kulturerbe wie die SachsenringFankultur einen berechtigten Platz auf der Liste zwischen Technokultur in Berlin und dem Gebrauchshundewesen. Da muss sich die Sachsenring-Fankultur definitiv nicht verstecken. (Beifall BSW und AfD) Wir in Sachsen verfügen mit dem Sachsenring über einen der klangvollsten und traditionsreichsten Namen, der den Motorsport in Sachsen, in Deutschland bekannt gemacht hat. Bereits in den Dreißigerjahren verfolgten am Sachsenring mehr als 200 000 Zuschauer die Rennen des Großen Preises von Europa. In der DDR-Zeit erreichten die Zuschauerzahlen neue Spitzenwerte und der Sachsenring verstärkte – das ist nicht zu vergessen – in dieser Zeit auch die Leuchtkraft des sächsischen Motorradbaus; denn mit den neun Siegen von Mike Hailwood auf MZ gab es unter anderem einen unschätzbaren Werbeeffekt. (Beifall BSW und AfD) Der Ruf der Strecke wurde insbesondere mit dem Großen Preis der DDR von 1961 bis 1972 als Teil der Motorradweltmeisterschaft geprägt, unter anderem durch die Teilnahme von Heroen wie den schon genannten Giacomo Agostini oder Phil Read. Wie viele wertvolle Traditionen insbesondere im Sport erlitt bedauerlicherweise auch der Sachsenring in den Neunzigern eine empfindliche Delle; denn neue Sicherheitsanforderungen besiegelten ein schnelles Ende dieser Renntradition um Hohenstein-Ernstthal. Mit dem geglückten Neubau – übrigens eine sehr kreative und nachhaltige Idee, wie wir heute sehen – in der Konstellation ADAC, Sicherheit Rennstrecke usw., konnte 1998 endlich an alte Traditionen angeknüpft werden und die Zuschauerzahlen eilen seitdem von Rekord zu Rekord. Mittlerweile sind es über 250 000. Das illustriert überzeugend die weltweite Relevanz der Strecke und die Bedeutung der dort zelebrierten Fankultur. Am Sachsenring wird Motorsport und die freundliche, inklusive Fankultur gelebt. Sie ist darüber hinaus ein herausragendes Beispiel für ehrenamtliches Engagement – ohne welches unsere Gesellschaft generell nicht existieren könnte –, und das am Sachsenring ganz entscheidend dazu beiträgt, dass diese Tradition überhaupt noch existiert. (Beifall BSW und AfD) Wir haben bei dieser Antragstellung seitens der Sachsenring Event GmbH zur Kenntnis zu nehmen, dass es eine klare Unterstützung seitens der betroffenen, in der Region damit befassten Kommunen gibt. Insofern ist die lokale Verankerung für diesen Antrag ausgeprägt vorhanden. Das ist für uns ein weiteres Argument, weswegen wir dieses Anliegen ins Parlament getragen haben und genau deswegen auch um Unterstützung bitten. Vielen Dank. (Beifall BSW und AfD)
