Valentin Lippmann
Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Stellen Sie sich vor, dass demnächst zwischen dem traditionellen Steigerlied und dem Gesang der Sächsischen Knabenchöre das weit weniger wohlklingende Knattern von Motorrädern ertönt – zumindest, wenn es nach dem BSW und dessen Willen zum immateriellen Kulturerbe geht. Wobei mich, werte Kolleginnen und Kollegen, der lautmalerische Teil des Antrags, Ihr „Rrrräng-gedäng-gedäng“, eher an diesen irren Frosch erinnert, der in den Zweitausenderjahren versucht hat, zweifelhafte Handyklingelton-Abos zu verkaufen – was definitiv nicht kulturerbewürdig wäre. Aber zum Antrag. Auf die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO soll demnächst nach dem Willen der Antragsteller die Motorsportfankultur am Sachsenring aufgenommen werden. Nun, auch wenn wir BÜNDNISGRÜNE bekanntermaßen keine vehementen Verfechter des Motorsports sind, lohnt sich durchaus zunächst ein Blick auf das Anliegen; denn Fankulturen können ja auch dann spannend sein, wenn man den zugrunde liegenden Sport nicht zwingend unmittelbar toll findet. Werte Kolleginnen und Kollegen! Nur ist der vorliegende Antrag des BSW weit davon entfernt, für uns zustimmungsfähig zu sein. Er enthält Fehlfeststellungen, er enthält Forderungen, bei denen fraglich ist, ob das Aufgabe der Staatsregierung sein kann. Und er enthält teils skurrile Fehlschlüsse. Zunächst zu einer schrägen Fehleinschätzung im Antrag, wonach der Landtag bekunden soll, dass der Sachsenring als Werbeträger für „So geht sächsisch.“ zusätzliche Steuereinnahmen für den Freistaat Sachsen befördere. Klingt schön, ist aber grundfalsch. Werte Kolleginnen und Kollegen! Faktisch pumpt der Freistaat Sachsen über „So geht sächsisch.“ Geld in den Sachsenring. (Katja Meier, BÜNDNISGRÜNE: Genau!) Das ist für uns BÜNDNISGRÜNE tatsächlich fragwürdig. Kollege Dulig hat es bereits angesprochen: Seit Jahren gibt es durchaus Diskussionen um den Lärmschutz in den entsprechenden Umlandgemeinden. (Beifall BÜNDNISGRÜNE) Von daher gilt zunächst zu konstatieren: Der Sachsenring bringt dem Freistaat Sachsen – anders als im Antrag behauptet – erst einmal kein Geld, sondern er kostet Geld.
