Kay Ritter
Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Die Ampel geht aus und die wilde Fahrt beginnt. Vollgas auf die auto motor und sport-Kurve, rein ins Omega, über die Kleine Kuppe-Kurve runter zur Karthallen-Kurve, gleich direkt zur Volkswagen-Kurve und weiter zur Große Kuppe-Kurve. Über die Nordkurve geht es weiter zur schnellsten Kurve, der Ralf WaldmannKurve. Ein Feeling wie bei der Anfahrt auf einer Sprungschanze vermittelt bei 12,8 % Gefälle die Anfahrt zur Sachsenkurve. Eine noch, die Queckenberg-Kurve, und dann Vollspeed auf die Zielgerade. Im Idealfall sind die 3,671 Kilometer pro Runde in einer Zeit von 1,19622 zu absolvieren. So geschehen in der MotoGP durch den Spanier Maverick Viñales und damit Rundenrekord. Einmal zur Orientierung: Wir sprechen hier von einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 166 Kilometern pro Stunde. Meine sehr geehrten Damen und Herren, bei allem Respekt vor dem Antragsteller: Mit Rrrräng-gedäng-gedäng wird da nichts. Wenn eine Rakete auf zwei Rädern und ihr Pilot als Einheit funktionieren, spricht man eher von „Summen“. – Ich bitte das Protokoll schon jetzt um Entschuldigung und hoffe, sie können es verschriftlichen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, warum habe ich die Einführung so ausführlich gemacht? Es ist Sachsenring; darauf möchte ich Sie gern emotional einstimmen. Der Motorrad Grand Prix am Sachsenring ist viel mehr als ein sportliches Highlight. Es ist ein jährlicher Wirtschaftsund Identitätsanker für Westsachsen, der Strukturwirkung, Beschäftigung und internationale Aufmerksamkeit bündelt. In einer Region, die ständig vor Aufgaben steht, gibt dieses Event Orientierung, Stabilität und Zukunftsperspektiven – sowohl wirtschaftlich als auch kulturell. Betrachten wir die Zahlen, wird deutlich, wie bedeutend dieses Ereignis für die Region ist. Zum vierten Mal in Folge knackte der Sachsenring den Zuschauerrekord. In diesem Jahr sorgten an den drei Renntagen 256 441 Besucherinnen und Besucher für eine außergewöhnliche Nachfrage in Hotellerie, Gastronomie und Handel. Das ist direkte Wertschätzung. Schätzungen des MotoGP-Vermarkters weisen der Region eine jährliche Bruttowertschöpfung im hohen zwei- bis dreistelligen Millionenbereich zu. Live-Übertragungen in über 200 Ländern erreichen rund 1,6 Milliarden Menschen. Der mediale Gegenwert für die Region liegt im zweistelligen Millionenbereich. Betrachten wir einmal die direkten Effekte: Einnahmen aus Eintrittsgeldern, Logis, Verpflegung, Merchandise, Parkund Campingplätzen schaffen unmittelbare Umsätze bei lokalen Unternehmen und Veranstaltern. Hinzu kommen indirekte Effekte: Zulieferbetriebe, Catering, Sicherheitsdienste, Transport und Reinigungsunternehmen profitieren von saisonaler Zusatznachfrage. Rund 4 000 Personen arbeiten in Teams, um den Veranstaltungsbetrieb abzusichern. Nicht zu vergessen sind auch induzierte Effekte: Das Einkommen fließt regional zurück, erhöht Konsum und Nachfrage über das Rennwochenende hinaus. Meine sehr geehrten Damen und Herren! In der vergangenen Woche reichte die Sachsenring Event GmbH in Verbindung mit dem Tourismusverband Chemnitz Zwickau Region e. V. fristgemäß den Antrag zur Bewerbung auf Anerkennung der Fankultur am Sachsenring als immaterielles Kulturerbe bei der UNESCO ein. Um es klar und deutlich zu formulieren: Die CDU-Fraktion steht zum Sachsenring, und das nicht erst seit diesem Antrag. Erwähnen möchte ich ausdrücklich die Unterstützung der Sachsenring-Rennstrecken-Management GmbH durch die Sächsische Staatsregierung. Die SRM wurde eigens von der kommunalen Ebene gegründet, um in unsicheren Zeiten für den Fortbestand der Rennen am Sachsenring zu sorgen. Ein herzliches Dankeschön für seinen Einsatz als damaliger Aufsichtsrat geht an meinen ehemaligen Kollegen Jan Hippold. (Beifall CDU und Staatsminister Dirk Panter) Darüber hinaus sind im Doppelhaushalt finanzielle Mittel für die Rennstrecke eingeplant. Ebenso war eine Initiative der sächsischen Bundestagsabgeordneten erfolgreich. Der Haushalts- und Finanzausschuss des Bundestages bewilligte dort Mittel in sechsstelliger Höhe. Herzlichen Dank an dieser Stelle an unseren Ministerpräsidenten, unseren Sportminister Herrn Schuster und unsere Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt, Dr. Christiane Schenderlein, für ihren Einsatz in der Sache. (Beifall CDU, Staatsministerin Barbara Klepsch und Staatsminister Dirk Panter – Mike Moncsek, AfD, steht am Mikrofon.) Meine sehr geehrten Damen und Herren, der Sachsenring ist kein isolierter Veranstaltungsort.
