Nico Rudolph
In Ordnung. Vielleicht kommen wir jetzt zum Antrag. – Mit dem BSW-Antrag „Rrrränggedäng-gedäng! Bewerbung Fankultur am Sachsenring als immaterielles Kulturerbe unterstützen“ möchten wir die Staatsregierung dazu auffordern, ihren Einfluss dahin gehend geltend zu machen, den diesbezüglichen Antrag der Sachsenring Event GmbH unter Schirmherrschaft des ADAC und des Tourismusverbandes Chemnitz Zwickau Region e. V. proaktiv zu unterstützen. Warum? Kaum ein Land hat das Privileg, eine Rennstrecke zu besitzen, die noch dazu den Namen der Region trägt und diesen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt macht, und das haben wir: den Sachsenring. Motorsportfreunde in ganz Europa kennen ihn. Für internationale Spitzenfahrer wie ehemals Valentino Rossi oder jetzt Marc Márquez ist er aufgrund des speziellen Streckenverlaufs und der ausgeprägten Fankultur etwas ganz Besonderes. Aber noch Wichtiger: Jedes Jahr bietet der Sachsenring etwa einer Viertelmillion Menschen allein zur Motorradmeisterschaft eine einzigartige Veranstaltung zwischen Rennspektakel und Volksfestcharakter. Sie ist eine der größten, wenn nicht die größte Einzelsportveranstaltung in Deutschland. (Beifall BSW und AfD – Zuruf AfD: Das ist so!) Ja, es gibt da diverse Differenzen mit den Reitern, habe ich mir sagen lassen – aber gut, geschenkt. Durch die reiche Geschichte Sachsens als Automobil- und Motorradland besteht eine enge Verknüpfung des Sachsenrings mit der hiesigen Industriegeschichte, was seinen Stellenwert umso mehr unterstreicht. Was man wissen muss: Damit der Sachsenring Austragungsort für die MotoGP sein kann, muss er Lizenzgebühren zahlen. Er kann dabei nicht mit den größten Zahlungen auftrumpfen, sondern mit dem großen Zuspruch von Fans und der Region um Hohenstein-Ernstthal und Oberlungwitz. Werte wie friedliches Zusammen-Feiern, bezahlbare Eintrittskarten für jedermann und wenig Starallüren und Begegnungsängste lassen den Motorsport dort attraktiv werden, von den touristischen Vorteilen für die Region durch die hohen Besucherzahlen ganz zu schweigen. Darüber hinaus ist der Sachsenring auch abseits von Rennveranstaltungen für die Bevölkerung nutzbar, etwa über die rege genutzten Fahrsicherheitstrainings, die Nutzung als Rennstrecke für Hobbysportler oder im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen wie Fahrradrennen und Wohltätigkeitsveranstaltungen, wo tatsächlich zigtausende Euro für gute Zwecke gesammelt werden. Der Sachsenring ist ein zentraler Identitätsanker sächsischer Sportgeschichte. Lassen Sie uns gemeinsam handeln, damit das lange so bleiben kann. Vielen Dank. (Beifall BSW und AfD)
