André Wendt
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Hartmann, wenn man hört, was Herr Kiesewetter so täglich von sich gibt, da kann einem schon angst und bange werden. Man hat das Gefühl, dass er Deutschland in einen Krieg gegen Russland treiben möchte. Also, das muss man schon mal feststellen; ich zumindest interpretiere das so. Ob es so ist, ist eine andere Frage, aber er verbreitet doch sehr viel Angst unter der Bevölkerung. Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wie Sie wissen, spreche ich, wenn es um das Thema Militär oder Auslandseinsätze geht, nicht aus der Theorie. Sie wissen, ich war und ich bin immer noch Soldat. Ich war Ausbilder, Zugführer, und ich war im Einsatz. Ich habe Afghanistan miterlebt. Ich weiß, wie es ist, morgens aus dem sicheren Lager herauszufahren und nicht zu wissen, ob man abends wiederkommt. Ich habe Kameraden verloren. Wir wurden nach Afghanistan geschickt, um Sicherheit zu bringen, um Aufbauhilfe zu leisten und Freiheit zu schützen. Aber was ist geblieben? Heute, kaum wenige Jahre später, herrschen wieder die Taliban in Afghanistan. Die Opfer waren groß – an Menschenleben, Gesundheit und Steuergeld. Und der Erfolg? Er ist nicht sichtbar. Mehr noch: Das war kein Sieg. Es war ein bitteres Lehrstück, eine Niederlage. Genau deshalb sage ich mit Blick auf einen möglichen Einsatz in der Ukraine: Wir dürfen nicht dieselben Fehler wiederholen. Wir dürfen unsere Soldaten nicht in Konflikte schicken, die mit Deutschland wenig zu tun haben und aus denen wir mit vollen Gräbern zurückkehren. Deshalb gilt grundsätzlich – egal ob für Wehrpflichtige, Zeit- oder Berufssoldaten –: Ja zur Wehrpflicht und zur Landes-verteidigung, aber Nein zu einem möglichen Einsatz in der Ukraine. Danke schön. (Beifall AfD sowie Lars Wurzler und Nico Rudolph, BSW) Dritter Vizepräsident Prof. Dr. Jörg Scheibe: Wir hörten Herrn Abg. Wendt für die AfD-Fraktion. Gibt es weiteren Redebedarf von der SPD-Fraktion in dieser dritten Runde? – Das sehe ich nicht. Von den GRÜNEN? – Auch nicht. Die Linke? – Auch nicht. Herr Berger noch einmal? – Bitte, als fraktionsloser Abgeordneter.
