Matthias Berger
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bedingt durch die Kürze meiner Redezeit bin ich heute nicht auf jede Diskussion vorbereitet, aber erlauben Sie mir spontan doch noch einige Bemerkungen. Ich bin dem BSW sehr dankbar, dass es das Thema heute angeschnitten hat, und das aus zweierlei Gründen. (Beifall BSW) Ich habe eine doppelte Betroffenheit. Ich gehöre zum letzten Jahrgang der DDR, der mit 18 Jahren noch eingezogen werden durfte. Es war keine sehr schöne Zeit, davor haben wir alle gezittert, aber es ist dann geschehen. Ich habe einen Sohn, der 21 Jahre alt ist, und man vergleicht dann. Mir ist Folgendes aufgefallen: Jetzt, mit 21 Jahren, wäre der Zeitpunkt gewesen, an dem ich von der Armee zurückgekommen bin bzw. mein Sohn wäre bzw. was das noch für Kinder sind; wir reden hier – das ist meine Aussage – über Kinder. Wir reden über 18-Jährige, 19-Jährige, 20-Jährige. (Zuruf Andreas Nowak, CDU) Wir stellen uns hierher und tun so nebenbei: vielleicht doch Krieg, vielleicht doch nicht Krieg. Das geht einfach nicht. Wir reden über unsere Kinder. Diesbezüglich möchte ich noch einmal an Sie alle appellieren. (Zuruf Andreas Nowak, CDU) Ich erinnere an einen der wahrscheinlich bestaufgerufenen Filme im Internet. Frau von der Leyen, damals Verteidigungsministerin, hat auf die Frage, ob sie ihre Kinder in den Krieg schicken würde, gesagt: selbstverständlich. Auf die Nachfrage des Journalisten – sie hat sieben Kinder –, welches von den Kindern bei der Bundeswehr gewesen sei, hat sie gesagt: keines. Das einmal zum Thema. Insofern können wir die Diskussion nicht oft genug hier führen. Wir haben in diesem Hohen Hause heute so viele Diskussionen schon zu Themen geführt, bei denen ich mich frage, ob die hierher gehören. Wir werden im Nachgang noch Themen behandeln, von denen ich mich frage, ob sie hierher gehören. Wir reden über die Kinder unseres Volkes, ob wir sie in den Tod schicken oder gegebenenfalls nicht. (Andreas Nowak, CDU: Das ist doch jetzt Unsinn!) Das wird abgetan nach dem üblichen Motto: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Das ist keine naive Friedenspolitik, sondern das ist verantwortungsvoll. Das ist das Wichtigste, was unser Volk hat: die Kinder. Über Kinder – das sage ich ganz bewusst – können wir gar nicht oft genug reden. Deshalb: Vielen Dank an das BSW. (Beifall AfD und BSW) Dritter Vizepräsident Prof. Dr. Jörg Scheibe: Wir hörten den fraktionslosen Abg. Herrn Berger. Damit ist die zweite Runde abgeschlossen. Wir kommen jetzt zur dritten Runde, beginnend wieder mit der BSW-Fraktion; Herr Rudolph.
