Wolfram Günther
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es geht hier um ein etwas komplexeres Problem. Es geht um Fragen von Bildungsgerechtigkeit; das haben wir schon gehört. Es geht um Fragen, wie unser ländlicher Raum angeschlossen ist und was das mit öffentlicher Infrastruktur zu tun hat. Es geht um Fachkräftebedarf und Weiterbildung. Das sind sehr viele Stichworte, bei denen sehr viel Handlungsbedarf gegeben ist, Handwerk zum Beispiel – mir fällt noch viel mehr ein. Aber die eine Antwort darauf ist: 1 000 Euro für den Führerschein. (André Barth, AfD: Das ist eine von vielen Antworten, Herr Günther!) Das ist wieder so ein klassisches, unterkomplexes Herangehen an eine große Herausforderung. (Zuruf André Barth, AfD – Weitere Zurufe AfD) Man muss überlegen – viele Zahlen wurden schon genannt –, wie viel Millionen Euro das kostet und was man dafür bekommen könnte. Das Problem ist, und das kennt man aus Gesprächen mit vielen jungen Leuten, die eine Ausbildung machen, dass sie sagen: Wir würden gern mit dem Bus fahren – wir haben gerade solche Vergleiche gehört –, aber dann müssten wir drei Stunden vorher losfahren, kommen aber eine halbe Stunde zu spät an. Oder: Dummerweise ist die Haltestelle kilometerweit vom Gewerbegebiet entfernt, in dem sich der Betrieb befindet, bei dem sie die Ausbildung machen würden. Außerdem ist ein gutes Fünftel der Auszubildenden noch unter 18 Jahren. Das vergessen Sie ein wenig. Diese Menschen kommen auch nicht an, wenn man den Führerschein bezuschusst. (Thomas Thumm, AfD, steht am Mikrofon.) Das heißt, wenn es um den ländlichen Raum geht – ich selbst lebe dort –, ist der Berufsschulverkehr oft die einzige Möglichkeit für viele andere Menschen, auch für ältere Menschen, von A nach B zu kommen. Deshalb geht es um Infrastruktur insgesamt. Dritter Vizepräsident Prof. Dr. Jörg Scheibe: Herr Günther, lassen Sie eine Zwischenfrage zu?
