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Ralf Böhme

BSW 27.06.2025 Sitzungen 8/17

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Antrag der Kolleginnen und Kollegen der GRÜNEN-Fraktion weckt bei mir zuerst persönliche Erinnerungen an stundenlanges Fernsehen und Mitfiebern bei den zum Teil siebenstündigen Übertragungen von kompletten Touretappen. Mein Idol war übrigens Marco Pantani – leider viel zu früh verstorben. Möglicherweise hören wir noch einige Bekenntnisse weiterer Redner zu ihren Idolen. Ebenso erinnere ich mich an die Freude, die ich empfand, als einige Stars der Friedensfahrt wie Olaf Ludwig, Jens Heppner und Uwe Ampler nach der friedlichen Revolution im Starterfeld auftauchten, weil sie ihre neuen Freiheiten nutzen konnten. Aber Sympathie allein kann bei der Positionierung zu einem solchen Antrag nicht ausschlaggebend – zumindest nicht allein ausschlaggebend – sein. Schauen wir uns die Herleitung der Idee an, so stehen Argumente wie die Bedeutung als das weltbekannteste Radrennen, die globale Sichtbarkeit von Sehenswürdigkeiten und Landschaften in Sachsen sowie die Motivierung von Kindern und Jugendlichen für den Einstieg in das Radfahren oder gar in den Radsport außer Frage. Eine Vorstellung des Reizes der Etappen oder davon, wie sie hier in Sachsen absolviert werden, hat Kollege Lippmann schon sehr anschaulich vermittelt. Auch dass es sich um ein gemeinsames Projekt von Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, wie Kollege Rost schon dargestellt hat, handelt, verdient besondere Erwähnung und besondere Unterstützung. (Zuruf Katja Meier, BÜNDNISGRÜNE) Gleichzeitig werden im Antrag einige relevante Details kunstvoll umschifft. In erster Linie sind das finanzielle Randbedingungen; denn das Aufwachen nach solchen rauschenden Festen des Sports wäre kein neues Phänomen. Unter anderem in Düsseldorf und Kopenhagen gingen die rosaroten Berechnungen nicht auf. Insofern ist für uns ein Vermarktungskonzept mit maximalem Einsatz privaten Kapitals und unter Schonung von Steuergeldern bei diesem Projekt essenziell. Man sollte nicht vergessen, dass es sich bei der Tour de France um die perfekte Verkörperung eines hundertprozentig durchkommerzialisierten Sportereignisses handelt. Ebenso ist der Rückgriff auf die Geschichte im Antrag, auch wenn Kollege Lippmann richtigerweise erklärt hat, warum das notwendig ist, für uns nicht ganz schlüssig. Warum die friedliche Revolution jetzt zwingend mit der Tour de France in Verbindung zu bringen wäre, ist zumindest nicht auf den ersten Blick erkennbar. Aber es ist auch kein Gegenargument. Insofern fasse ich kurz zusammen: Bei uns gibt es definitiv ausgeprägte Sympathien für eine Tour de France in Sachsen, aber durchaus auch erhebliche Bedenken. Wir werden sehen, was sich in der Entwicklung dieses Projektes noch tut. Wir werden uns heute enthalten. Vielen Dank. (Beifall Prof. Dr. Jörg Scheibe, BSW) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollege Böhme sprach für die Fraktion des BSW. Nun spricht für die SPDFraktion Kollege Pallas. Bitte schön, Sie haben das Wort.

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