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Heiko Gumprecht

AfD 27.06.2025 Sitzungen 8/17

Werter Herr Präsident! Werte Damen und Herren Abgeordnete! Die Tour de France in Sachsen – was anfänglich etwas verwunderlich klingt; schließlich liegt Sachsen in Deutschland und nicht in Frankreich – stellt sich bei näherer Betrachtung als überlegenswerte und befürwortungswürdige Idee dar. Auch wenn es etwas irritierend anmutet, da der Antrag ausgerechnet aus den Reihen der GRÜNEN kommt – schließlich hinterlässt so eine sportliche Großveranstaltung auch einen großen CO -Abdruck; denn die Karawane aus rund 350 Fahrzeugen und 600 Personen bewegt sich nicht auf Lastenrädern Richtung Sachsen –, können wir ihm durchaus positive Aspekte abgewinnen. (Zuruf Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE) Dass die Tour de France im Ausland startet, ist längst keine Ausnahme mehr: 2026 startet die Frankreichrundfahrt in Barcelona, 2027 in Schottland, und 2030 soll das wichtigste Etappenrennen der Welt in Deutschland starten, genauer in Ostdeutschland. Eine sächsische Bewerbung macht durchaus Sinn. Sachsen kann auf eine reiche und traditionsreiche Geschichte im Rennsport, sowohl im Motorrad- als auch im Straßenradrennsport, verweisen. Der älteste Landesverband in der deutschen Radsportgeschichte wurde am 10.10.1891 in Leipzig gegründet. Am 10.09.1911 wurde der Große Sachsenpreis im Straßenradsport ins Leben gerufen. Dieses Rennen entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Rennen in Deutschland und wurde bis 1969 ausgetragen. Ein herausragendes Ereignis in der sächsischen Radsportgeschichte war die Straßenradsportweltmeisterschaft 1960, die auf dem Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal stattfand. Selbstverständlich darf die Steile Wand in Meerane – ich glaube, Herr Lippmann hat es schon angesprochen –, welche eine Legende im Radsport und ein echtes Wahrzeichen der sächsischen Stadt ist, nicht unerwähnt bleiben. Diese wurde vor allem durch die legendäre Friedensfahrt bekannt. Auch die sächsische Fahrradindustrie gelangte zu internationaler Anerkennung. Marken wie Diamant oder Wanderer stehen dafür beispielhaft. Mit dem Grand Départ, also dem Start der Tour, könnte dem Sportland Sachsen zu einer Wiederbelebung des internationalen Straßenradrennsports verholfen werden. Vielleicht ist es eine Überlegung wert, dem Großen Sachsenpreis wieder Leben einzuhauchen oder eine Dreiländerfahrt ins Leben zu rufen. Ich hätte zumindest nichts dagegen, wenn diese Anregung aufgegriffen und umgesetzt würde. Grundvoraussetzung für die Durchführung einer solchen Veranstaltung muss aber sein – dabei bin ich ganz bei der gestrigen Rede meines geschätzten Kollegen Andreas Gerold –, dass die entstehenden Kosten nicht den Kommunen und Landkreisen zugemutet werden dürfen. Für eine Stadt, die eine Etappe ausrichtet, können die Kosten ohne Straßenbauarbeiten bei etwa 225 000 Euro liegen. Die Startund Zielstädte müssen zusätzliche Gebühren an die Tour de France zahlen: Startstädte 90 000 Euro, Zielstädte 130 000 Euro. Es bleibt festzuhalten, dass ein Tag Tour de France sowohl für die Veranstalter als auch für die beteiligten Städte und Gemeinden mit erheblichen Kosten verbunden ist. Für die Durchführung einer solchen Veranstaltung spricht: Es ist ein Ereignis, das erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen sowohl durch touristische Einnahmen als auch durch die Medienberichterstattung haben kann. Da es absehbar ist, dass sich der Zustand der sächsischen Straßen und Brücken aufgrund kleiner Kassen bis zum Jahr 2030 weiter verschlechtert, darf gern über eine Alternative nachgedacht werden. Sollte die Sicherheit der Radrennfahrer auf den maroden Straßen nicht gewährleistet werden können, dann können wir uns immer noch um die Cyclocross-Weltmeisterschaften, das größte Querfeldeinrennen der Welt, bewerben. Danke. (Beifall AfD) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollege Gumprecht sprach für die AfD-Fraktion. Für die Fraktion des BSW spricht nun Kollege Böhme; bitte schön.

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