Valentin Lippmann
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Böhme, ich finde es ja schon immer sehr putzig, wie Sie sich hier hinstellen und sagen, was das alles für große Fehler in der Vergangenheit waren, und dass Sie den anderen kein Recht auf Irrtum zugestehen bzw. sich selbst das offenbar auch nicht. Ich habe mir gerade einmal die namentlichen Abstimmungen zum Atomausstieg aus dem Jahr 2011 zu Gemüte geführt. Der Linken ging damals der Atomausstieg nicht weit genug. Man wollte ihn im Grundgesetz verankern. Dann wäre hier Ende mit irgendwelcher Forschung und Ähnlichem. Ich kann gern vorlesen, was damals vorgeschlagen wurde: „Die Nutzung der Kernenergie zur Erzeugung von Elektrizität und die Aufarbeitung bestrahlter Kernbrennstoffe sind verfassungswidrig.“ – Das war damals der Vorschlag der Linken. In namentlicher Abstimmung des Deutschen Bundestages stimmten unter anderem Ihre Fraktionsvorsitzende Zimmermann und Ihre Bundesparteivorsitzende Wagenknecht genau für diesen Vorschlag. Sie hätten damit quasi in dieser Debatte, die Sie hier gerade führen – da Sie angeblich alles besser gewusst hätten und es war ja nur ein Erdbeben im Jahr 2011, ganz entfernt –, doch zu dem Schluss kommen müssen, dass Sie sich offenbar auch ziemlich geirrt haben, zumindest die Personen, die heute zumindest politisch das Gegenteil vertreten, wofür Sie damals für gestimmt haben. Vielen Dank. (Beifall BÜNDNISGRÜNE, SPD und Martin Modschiedler, CDU) Erste Vizepräsidentin Ines Saborowski: Es sprach Herr Abg. Lippmann von den BÜNDNISGRÜNEN. Die Reaktion erfolgt an Mikrofon 1 von Herrn Kollegen Böhme.
