Mario Beger
Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir reden heute über Tradition, über Heimat, über das Handwerk. Ja, das passt nicht nur, es gehört auch zusammen. Mein Kollege Ferdinand Wiedeburg hat bereits die kulturelle Bedeutung des sächsischen Handwerks herausgearbeitet. Ich möchte den Blick nun etwas mehr auf die wirtschaftliche Bedeutung lenken. Das Handwerk ist eine starke Säule unserer sächsischen Wirtschaft, aber weitaus mehr als nur ein Wirtschaftszweig. Es ist seit Generationen Herzstück unseres sächsischen Wohlstands. Es ist Identitätsstifter in unseren Dörfern. Es ist Chancen- und Arbeitgeber für mehr als 280 000 Menschen im Freistaat Sachsen. Man könnte guten Gewissens behaupten: Ohne das Handwerk steht Sachsen still. Was macht das Handwerk in Sachsen so besonders? Natürlich die Innovationskraft, natürlich die Kreativität, die vom Bäcker oder vom Metzger, über den Schreiner bis hin zum Stuckateur ihresgleichen sucht. Es ist aber auch die enge Verbindung von Geschichte, Tradition und Innovation, die von der Uhrmacherkunst in Glashütte bis hin zum edlen Porzellan aus der Manufaktur in Meißen reicht. Das handwerkliche Können wird von sächsischen Handwerksmeistern von Generation zu Generation weitergegeben, gepaart mit modernen Techniken, Anpassungsfähigkeit und dem unverwechselbaren Sinn für Qualität. Dieses handwerkliche Können gilt es zu fördern und zu bewahren. Ja, das Handwerk ist Wirtschaft. Es ist aber auch Ausbildung und Heimat. Handwerksbetriebe bieten – gerade in ländlichen Regionen – wohnortnahe Arbeits- und Ausbildungsplätze. Oft ist das Handwerk der größte Arbeitgeber vor Ort. Es gibt jungen Menschen Perspektiven und sorgt dafür, dass die regionale Wirtschaftskraft blüht. Keine Digitalisierung, keine Energiewende, kein Wohnungsbau gelingt ohne sie, die Macher und Anpacker im Handwerk. Vergessen wir nicht: Unsere Städte und Dörfer sowie viele kulturelle Traditionen leben vom Handwerk, von den Fassaden, die unsere Orte prägen, bis hin zu traditionellen Festen und lokalen Besonderheiten. Doch unser Handwerk ist in Gefahr. Es braucht Rahmenbedingungen, die seine Stärke bewahren und die Zukunft sichern. Lassen Sie mich auf die drei dringendsten Bedürfnisse eingehen: Erstens, Bürokratieabbau. Viele Betriebe kämpfen immer stärker mit Vorschriften, Dokumentationspflichten und Nachweisen. Die Zeit, die für Formulare und Paragrafen verschwendet wird, fehlt bei der Kundenakquise, bei der Beratung, bei der Ausbildung und bei der Innovation. Wir müssen das Bürokratiemonster bändigen. Jeder unternehmerische Tag, den ein Handwerker im Büro statt in der Werkstatt verbringt, bremst Sachsens Wirtschaft. Lassen Sie uns deshalb gemeinsam auf Landesebene für die konkrete Zielvorgabe „Senkung der Bürokratielasten um 25 %“ einstehen! Lassen Sie uns Berichts- und Aufbewahrungsfristen auf ein Minimum senken! (Beifall AfD) Zweitens, Fachkräfte und Ausbildung stärken. Es fehlt überall an Nachwuchs. Wir müssen die duale Ausbildung aufwerten, das Handwerk stärker in den Fokus der Berufsorientierung rücken und mehr Anerkennung schaffen. Handwerker sind die Architekten unserer Lebensqualität. Dieser Wert soll in der öffentlichen Wahrnehmung, in Schulen und Familien viel deutlicher werden. Ausbildungsprämien, bessere Meisterförderung, gezielte Unterstützung der Betriebe – das Handwerk hat es verdient. Drittens, bezahlbare Energie und faire Auftragsvergabe. Ohne bezahlbare Energie ist kein Handwerksbetrieb konkurrenzfähig, egal, ob im Bäckerhandwerk, beim Bau oder im Metallgewerbe. Die Politik darf nicht mit immer neuen Belastungen experimentieren. Deshalb: Schluss mit der CO -Bepreisung und Schluss mit weiteren Klimaabgaben. Auch das Sächsische Vergabegesetz braucht keinen grünen Daumen. Lassen Sie uns stattdessen dafür sorgen, dass das Handwerk auch in Zukunft ein starker Pfeiler unserer Wirtschaft und unserer Heimat bleibt, für Generationen, die anpacken, gestalten und Sachsen zu dem machen, was es ist: lebendig und stark. In diesem Sinne: Gott schütze das ehrbare Handwerk! (Beifall AfD)
