Kay Ritter
Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrter Herr Staatsminister Panter! Wie können wir Sachsens Wirtschaft in Zeiten von Rezession und wirtschaftlicher Transformation stärken und gleichzeitig zukunftssicher machen? Wir leben in einer Zeit, die durch tiefgreifende Veränderungen gekennzeichnet ist. Zwei Wochen nach Bildung der neuen Bundesregierung ist es besonders spürbar, dass sich die Menschen nach einem Aufbruch sehnen, dass sie Verantwortung und Mut von der zukünftigen Politik erwarten, auch mit Blick auf positiven Aufschwung der wirtschaftlichen Entwicklung. Deutschland steht das dritte Jahr in Folge in einer Rezession. Im Jahr 2023 minus 0,3 %, im Jahr 2024 minus 0,2 %, und in diesem Jahr prognostiziert man uns ein Nullwachstum. Deshalb ist es genau richtig und wichtig, dass wir heute wieder über dieses allumfassende Thema Wirtschaftspolitik auch für unseren Freistaat Sachsen reden. Diese Regierungserklärung, die wir soeben von Wirtschaftsminister Dirk Panter hörten, könnte deshalb nicht besser gewählt werden. Globale Herausforderungen wie die Klimakrise, geopolitische Spannungen und technologische Umbrüche haben natürlich auch Auswirkungen auf regionale Wirtschaften wie unsere in Sachsen. Doch statt diese Krise als Hindernis zu betrachten, würde ich gern darüber sprechen, wie wir sie als chancenreiche Herausforderung nutzen können, um eine dynamische, resiliente und nachhaltige Wirtschaft aufzubauen. Nur zur Klarstellung: Dow und auch Sachsen Guss haben nicht geschlossen. Lassen Sie uns die Ausgangslage betrachten. Sachsen galt lange Zeit als das Zentrum für Innovation und Industriekraft. Mit einem starken Mittelstand und weltweit führenden Unternehmen in der Automobilindustrie, dem Maschinenbau und der Mikroelektronik hat unser Bundesland stets einen bedeutenden Beitrag zur Wirtschaft geleistet. Doch die aktuelle Rezession und der Druck durch die wirtschaftliche Transformation stellen unsere Unternehmen vor große Herausforderungen. Lieferketten sind unterbrochen, die Energiepreise sind gestiegen und traditionelle Geschäftsmodelle stehen zunehmend infrage. Gleichzeitig zeichnet sich ein Wandel hin zu einer nachhaltigen und digitalisierten Wirtschaft ab, der neue Herausforderungen an Unternehmen stellt. In jeder Krise liegt auch eine Chance. Die Frage ist, wie wir diese Chance identifizieren und gezielt nutzen können. Drei zentrale Ansätze möchte ich heute hervorheben. Innovation ist der Motor jeder Transformation. Sachsen hat das Potenzial, Vorreiter im Bereich der Zukunftstechnologien zu sein, sei es durch Künstliche Intelligenz, grüne Technologien oder die Weiterentwicklung der Mikroelektronik, die Grundlage für Erfolg für Investitionen in Forschung und Entwicklung gibt. Es ist dabei dringend anzuraten, unseren industrienahen Universitäten und Forschungseinrichtungen die Mittel zur Verfügung zu stellen, um wegweisende Technologien zu entwickeln. Gleichzeitig brauchen wir Brücken zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, damit innovative Ideen schneller marktfähige Produkte und Dienstleistungen – –
