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Wolfram Günther

GRÜNE 27.03.2025 Sitzungen 8/11

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Erst einmal danke an die Fraktion Die Linke, dass wir dieses wichtige Thema heute wieder diskutieren. Wir hatten schon in der letzten Plenarsitzung einen Antrag von uns zu dem Thema. Um es noch einmal deutlich zu machen: Ungefähr 7 % unseres Bruttoinlandprodukts im Freistaat Sachsen hängen allein an der Automobilproduktion, mit allen Zulieferern in Südwestsachsen. Das ist ein Kern unserer Wirtschaft, unserer Industrie. Wir haben aber aktuell schwierige Rahmendaten, über die wir hier diskutieren. Wir haben auf der Welt Kapazitäten für etwa 100 Millionen Kraftfahrzeuge, die produziert werden können. Ein Werk produziert in etwa dann kostendeckend, wenn es eine Auslastung von mindestens 80 % hat, darunter wird es schwierig. 2023 haben wir weltweit 80 Millionen Fahrzeuge produziert, aber nur 76 Millionen verkauft. Das heißt, es waren 4 Millionen zu viel. Wir hatten 100 Millionen Fahrzeuge Kapazität, haben 76 Millionen verkauft. Bei 80 % liegt die Schwelle, unter der man ein Werk nicht mehr wirtschaftlich betreiben kann. Wir haben eine massive Verschiebung in den Marktanteilen. Während früher VW und andere Marken aus Deutschland auf dem chinesischen Markt und weltweit gern gekauft worden sind, haben die anderen Produzenten mittlerweile nachgezogen. Auch die Idee eines Autos ist mittlerweile eine andere. Heute ist es im Prinzip ein fahrendes Smartphone und keine Technik, die vor allem fährt, wenn man unterwegs ist. Es gibt eine schlechte Nachricht: Wir haben uns lange darauf ausgeruht, dass die chinesischen Fahrzeuge mit ihrer Qualität keine Konkurrenz darstellen. Das ist mittlerweile nicht mehr so. Der Ruf von chinesischen Autos ist nicht nur in China mittlerweile viel besser, sondern diese Fahrzeuge verkaufen sich auch woanders in der Welt. Über die Zollprobleme mit den USA wollen wir jetzt gar nicht reden. Wir stecken in einer fundamentalen Krise. Während es in der Vergangenheit immer so war, dass unsere Autos weltweit gebraucht und automatisch hierzulande verkauft wurden, haben wir heute eine Situation, dass, wenn wir die Produktion in Deutschland einstellen würden, niemandem auf der Welt etwas fehlen würde. Das ist etwas fundamental Neues. Das sind die Rahmenbedingungen, unter denen wir um den Standort kämpfen. VW hat im Freistaat Sachsen 1,2 Milliarden Euro in die E-Produktion investiert. Das ist die Zukunftstechnologie. Das war also alles richtig. Wir sind aber in einem Markt mit riesigen Überkapazitäten. (Unruhe)

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