Mike Moncsek
Herr Präsident! Werte Kollegen! Ja, Redebedarf schon, weil es mir hier ein eingeschränkter Blickwinkel auf rein elektronische Geräte zu sein scheint. Ich habe mir die Liste der in meinem Wahlkreis genannten Händler oder Reparaturwerkstätten einmal herausgesucht und festgestellt, dass das nur im Elektronikbereich arbeitende Unternehmen sind. (Zuruf Rico Gebhardt, Die Linke) Der Gedanke der Reparatur stammt aus einer Zeit von Ressourcen- und Materialnot. Dabei ist wahre Nachhaltigkeit als Nebeneffekt und Mehrwert entstand. Beruflich komme ich selbst aus dem Kfz-Handwerk. Vor 1989 war ich nicht nur aus purer Notwendigkeit mit Reparaturen beschäftigt, sondern auch, weil es mein erlerntes Handwerk war – ein Handwerk, das heute bereits wieder verloren geht. Die Reparatur von Geräten ist eine der besten Möglichkeiten, persönliche und vertraute Geräte zu erhalten – jeder kennt das, wenn man sich an eine Fernbedienung oder ein Gerät gewöhnt hat und alles perfekt eingestellt ist. Gleichzeitig unterstützt man damit erlerntes, regionales Handwerk und Dienstleistungsbetriebe, wie mir auch in meinen Gesprächen bestätigt wurde. Was geht meistens kaputt? Das ist eigentlich immer nur ein ganz geringer Teil des Großen und Ganzen. Um diese Ursache zu finden und zu beheben, ist wirklich erworbenes Fachwissen und gelerntes Können erforderlich. Das ist ein weit besserer Bildungsweg, als Influencer zu werden. Die Fortführung des Reparaturbonus, welche wir diskutieren, wurde nicht nur wegen fehlender Ressourcen eingeführt, sondern um Betriebe, das Handwerk und das Wissen weiter zu unterstützen. Was ist das Resultat in der Praxis? Viele Punkte wurden bereits genannt, und ich bitte um Verständnis, wenn ich sie wiederhole. Doch meine persönlichen Gespräche mit den Handwerksbetrieben, den Inhabern und Angestellten in meinem Wahlkreis haben eine interessante Spannbreite ergeben – von „Ja“ über „Nein“ bis hin zu „Vielleicht“ in Bezug auf diesen Bonus. Es war auf keinen Fall ein einheitlicher, sondern ein sehr gedehnter und weiter Bereich. Für die einzelnen Geschäftssparten war es interessant, dass zum Beispiel im Bereich Computer und Zubehör eine klare Meinung herrschte: Es bringt nichts, da die Entwicklung so schnell voranschreitet, dass ein alter Computer das neue Microsoft-Betriebssystem überhaupt nicht erkennt. Daher gab es ein eindeutiges Nein zu diesem Vorhaben. Bei Radios, Fernsehern und Unterhaltungsgeräten war die Reaktion genau das Gegenteil: Super, einfach weitermachen, es hat mir mehr Kundschaft gebracht. Es hat auch das Gefühl bestärkt, etwas Wertvolles zu erhalten. Ein Beispiel bei mir ist der RFS Rundfunk- und Fernsehservice in Limbach-Oberfrohna. Der Inhaber ist ein gelernter Handwerker und sehr zufrieden mit dem Programm, auch die Abwicklung läuft einwandfrei. Allerdings könnte es noch besser sein, wenn die Betriebe auch speziell für ältere Menschen mehr Angebote schaffen würden. Bei Küchengeräten und beispielsweise Kaffeemaschinen im gehobenen Preissegment war es besonders interessant, da diese eher an lokale Fachhändler und nicht an die großen Märkte gebunden sind und Kunden immer wieder bringen. Bei Weißware wie Waschmaschinen, Kühlschränken und Ähnlichem ist es sehr interessant. Es wurde als sehr vorteilhaft für die Dienstleistung und die Kundenbindung genannt. Ich bin froh, dass diese Meinung auch bei den Händlern und vor allem bei den Verkäufern herrscht. Was ist wirklich nötig, um von einem erfolgreichen, wertschöpfenden und wirtschaftlichen Einsatz unseres Steuergeldes zu sprechen? Gerade das, was der Mann von der CDU – Entschuldigung, wenn ich den Namen nicht gleich zur Hand habe – (Kay Ritter, CDU –
