Gerald Eisenblätter
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Es besteht wohl Einigkeit hier im Hohen Hause, dass Bildung die Persönlichkeit entwickeln und ein erfülltes Leben ermöglichen soll. Bildung soll auch gut ausgebildete Fachkräfte hervorbringen, Frieden und Demokratie sichern sowie unser kulturelles Wissen über Generationen hinweg weitergeben. Nicht umsonst gibt es das Recht auf Bildung als allgemeines kulturelles Menschenrecht. Aber was ist uns die Bildung wert, wie es heute im Titel der Aktuellen Debatte heißt? Auf den ersten Blick– Herr Kollege Gasse erwähnte es – sind es 5,25 Milliarden Euro, wenn man auf den sächsischen Kultushaushalt im Jahr 2025 blickt. Bildung ist viel mehr, allein wenn ich an die vielfältigen Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien als auch an die kulturelle Bildung, die Weiterbildung sowie an Forschung und Innovation denke. Werte Abgeordnete! Was Bildung wert ist, erkennt man am besten in Zeiten knapper Kassen oder sinkender Kinderzahlen. Genau in dieser Situation befinden wir uns gerade. Wir werden in den kommenden Jahren gemeinsam Lösungen finden müssen, wie wir unser Schulnetz stabilisieren, wohnortnahe Kitas sichern, ein flächendeckendes Weiterbildungsnetz organisieren und Hochschulen in allen Regionen halten. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Ich möchte hier kein düsteres Bild malen, und ganz so dunkel, wie es gerade Frau Penz dargestellt hat, ist es nun wirklich nicht. Aber das sind die Herausforderungen, die bereits heute am Horizont sichtbar sind, wenn man auf das Jahr 2030 blickt. Klar ist – das Bekenntnis habe ich schon oft gehört –, dass wir die Fehler der 1990er Jahre nicht wiederholen dürfen und in die Bildung investieren müssen. Die oft beschworene demografische Rendite kann so in das pädagogische Plus verwandelt werden. Gern möchte ich exemplarisch über drei Bereiche sprechen, um aufzuzeigen, wie wir gute Bildung zukunftsfähig gestalten können. Erstens. Auf den Anfang kommt es an. Genau diesen Ansatz teilt die SPD-Fraktion. Bei allen bildungspolitischen Debatten und Weichenstellungen müssen wir vermehrt auf die frühkindliche Bildung schauen. Denn im Kindergarten legen wir den Grundstein und können für gleiche Startchancen sorgen. Deshalb sind die 923 Millionen Euro zur Förderung der Kita im Jahr 2025 gut investiertes sächsisches Geld. Wir haben den Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag im Kitagesetz modernisiert. Auf dessen Basis wird gerade der Sächsische Bildungsplan überarbeitet. Mit ihm geben wir der Kitapraxis einen modernen und verbindlichen Leitfaden an die Hand. Wir können stolz auf unsere Erzieherinnen und Erzieher sein. Sie werden in Sachsen mit einem hohen fachlichen Standard ausgebildet und tragen zur Qualität der frühkindlichen Bildung bei. Hier nicht nachzulassen und im Ländervergleich unseren Spitzenplatz zu verteidigen, ist unser Auftrag. Aber wir wissen auch darum, dass mit mehr Personal und einer besseren Fachkraft-Kind-Relation ein besseres Bilden und individuelles Fördern möglich wird. Daher ist es nicht nur richtig, sondern auch wichtig, dass die Koalition in Zeiten einer angespannten Haushaltslage in die frühkindliche Bildung investiert. Wir sichern mit den 14,5 Millionen Euro ab August 2026 zumindest einen Teil der demografischen Rendite. Wir wollen diese Mittel gezielt in die Schulvorbereitung lenken, um gleiche Startchancen für den Schulstart zu schaffen. Zweitens. Mit dem Strategiepapier Bildungsland 2030 liegt eine Vielzahl an klugen Empfehlungen vor, um unser Schulwesen weiterzuentwickeln, moderne Methoden des Lehrens und Lernens zu stärken sowie Entscheidungsspielräume für die Schulen vor Ort zu erweitern. So erhalten Lehrkräfte mehr Freiheiten, ihren Unterricht zu gestalten und ihren Schulstoff mit lebenspraktischen Fragen zu verbinden. Und genau deshalb wird es zentral sein, die Stundentafel zu flexibilisieren und die Lehrpläne fortlaufend zu überarbeiten. Als Koalition wollen wir eine breite Bildung mit mehr Fächerverbindung, mehr Projektorientierung und mehr praktischem Lernen sichern. Wenn anders gelernt wird, müssen wir auch die Ausbildung unserer Lehrkräfte in den Blick nehmen. Hier kann ein Lehrerbildungsgesetz Abhilfe schaffen. Drittens. Miteinander gemeinsam lernen und dadurch soziale Kompetenzen ausprägen. Mehr längeres gemeinsames Lernen an Oberschulen Plus und Gemeinschaftsschulen wird auch dazu beitragen, unser Schulnetz zukunftsfest zu machen. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, –
