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Barbara Klepsch

13.02.2025 Sitzungen 8/8

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Was für eine Chance für Chemnitz, für die Region und für ganz Sachsen! Ich denke, nach dem Redebeitrag von Herrn Rudolph sollten wir einfach diese Freude, diese Energie für die Kulturhauptstadt wieder bündeln; (Beifall CDU, SPD, Die Linke und Staatsregierung) denn das gehört einfach dazu. Zunächst möchte ich Danke sagen. Ich möchte Barbara Ludwig, den Stadträten und der gesamten Mannschaft Danke sagen; denn aus meiner Sicht hat es unglaublich viel Mut, Energie, Begeisterung und Zukunftsvisionen gebraucht, um überhaupt solch ein Vorhaben anzugehen. Dass wir heute hier stehen, dieses Thema gemeinsam diskutieren und sagen können, was danach passiert, hat einen sehr langen Vorlauf. Hut ab zu diesem Mut bei aller Haushaltsdiskussion, die wir im Hohen Haus führen werden. Wir sollten uns nie diese Vision, diesen Mut und diese Zukunftsgewandtheit nehmen lassen; denn die braucht es – egal wie schwer die Zeiten sind. (Beifall CDU, SPD, Dr. Ingolf Huhn, BSW, und Staatsregierung) Ja, lieber Martin, auch ich denke an den 28. Oktober 2020; denn ich saß neben Barbara Ludwig. Wir lagen uns in den Armen. Die Gänsehaut war zu spüren, und wenn ich an diesen Tag denke, dann habe ich jetzt wieder Gänsehaut. Es hat nämlich kaum einer damit gerechnet, dass Chemnitz wirklich Kulturhauptstadt Europas wird. Das ist nun viereinhalb Jahre her; die Zeit ist eigentlich verflogen. Es wurde unglaublich viel am Konzept gearbeitet, sodass wir am 18.01. – so finde ich – eine unglaublich starke Eröffnungsfeier erleben durften. Über 80 000 waren in Chemnitz bei den Veranstaltungen. Wenn ich mit Chemnitzerinnen und Chemnitzern über die Eröffnung spreche, dann höre ich nur Positives und Begeisterung. Die Bilder, die von Chemnitz, unserer Region und vom Freistaat Sachsen in die Welt hinausgegangen sind, sind die Bilder, die wir brauchen. Beim Auftakt unter dem Motto „C the Unseen“ – sehe das Ungesehene – wird deutlich, welche kreative Energie geschlummert hat und jetzt nach außen sichtbar wird. Chemnitz und die Region zeigen, was unsere Menschen geleistet haben, was sie weiterhin leisten und wie dadurch die Region geprägt wurde. Über 1 000 Veranstaltungen finden in diesem Jahr statt. Kunst, Kultur, Sport und Kirchen werden sichtbar. Dazu könnte ich noch sehr viele Veranstaltungen in Chemnitz und in der gesamten Region aufzählen. Ich möchte einige wenige Beispiele herauspicken; denn ich war am 2.Februar 2025 zu einer unglaublich tollen Veranstaltung in Oelsnitz. Ich weiß nicht, ob jemand das „Ablichteln 2.0“ schon einmal gehört hat. Ich komme aus dem Erzgebirge. Bei uns geht die Weihnachtszeit bis zum 02.02., bis zu Maria Lichtmess. Hierzu gab es ein Projekt, bei dem Christen und Nichtchristen, jüngere und ältere Menschen zusammen an einem Projekt gearbeitet haben und durch eine moderne Tradition den christlichen Glauben – also dieses Ablichteln – sichtbar gemacht haben. Ich finde das spannend im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres. (Ines Saborowski, CDU: Cool!) Das Projekt „Gelebte Nachbarschaft“ finde ich ebenfalls unglaublich toll. Es werden gemeinsame Pflanzungen vorgenommen, es wird gemeinsam gepflegt, geerntet und natürlich gemeinsam gefeiert. Schülerinnen und Schüler schaffen gemeinsam mit Chemnitzerinnen und Chemnitzern ein lebenswertes Umfeld. Und wenn man die Kollegen aus der Kulturhauptstadt reden hört, dann sind sie mittlerweile alle zu Apfelbaumexperten geworden. Das Projekt „3 000 Garagen“ ist schon angeklungen. Ich weiß nicht, wer aus dem Osten ist. Früher hatte man schon eine Garage, bevor überhaupt das Auto da war – darauf mussten wir 18 Jahre warten. Eine Garage war mehr als nur ein Auto, das darin stand. Es wurde gewerkelt, es wurde gedrechselt, man hat sich dort getroffen, man hat auch Bier miteinander getrunken und – als Werbeblock am Rand –: Das Chemnitzer Kulturbier kann ich nur empfehlen. (Thomas Thumm, AfD: Jetzt haben wir keine Gaststätten mehr, jetzt treffen wir uns dort wieder!) Das Hauptanliegen der Kulturhauptstadt ist das ungezwungene Mitmachen der Besucherinnen und Besucher bei Veranstaltungen wie dem Mitmachfestival „Makers United“, das Spielzeugmacherfestival in Seiffen, die neuen „Makerhubs“ oder dem Projekt „Makers, Business & Arts“, bei dem die Handwerkskunst – verbunden mit modernen Technologien – vermittelt wird. Wenn wir davon sprechen, was nach dem Jahr 2025 bleibt, dann sind es genau diese Mitmachangebote, der Tourismus, der dadurch wächst und gestärkt wird, oder der Kreativtourismus, der dadurch weiter belebt wird. Lassen Sie mich an dieser Stelle Josephine Hage Danke sagen; denn sie hat es mit ihrer Mannschaft geschafft, dieses Thema Maker, die Makerszene wirklich stark in den Mittelpunkt zu setzen. Es ist das Land, es ist Chemnitz, es ist die Region der Macherinnen und Macher, und mit ihrem Projekt wird das aus meiner Sicht unglaublich spannend sichtbar. Also Danke dafür. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNISGRÜNE und Dr. Ingolf Huhn, BSW) Chemnitz und die Region sollen nicht nur im Jahr 2025 im Blickpunkt sein, sondern es geht genau um Legacy. Damit bin ich ganz schnell beim PURPLE PATH, dem Skulpturen- und Kunstweg. Im April wird er eröffnet; das sollten wir uns alle schon einmal fest im Kalender vormerken. Es ist ein Kunst- und Skulpturenweg, der Chemnitz mit 38 Kommunen verbindet. Das Motto dabei ist: Alles kommt vom Berg her. Dort werden internationale, nationale und sächsische Künstlerinnen und Künstler ihre Skulpturen, ihre Werke sichtbar machen. Sie laden ein, sie zu besuchen. Sie laden aber auch ein, darüber zu diskutieren. Wir haben das eine oder andere vielleicht sogar schon einmal gehört. Das Projekt „Polygonales Pferd“ in Oederan war sicherlich ein Projekt, über das man trefflich streiten und diskutieren kann, aber wenn Sie sich mit dem Museumsleiter in Oederan unterhalten, dann wird der Ihnen sagen, dass internationale Besucher nach Oederan kommen und mittlerweile in dem dortigen Museum vor Ort sind. Sie sind begeistert, wie wunderbar das Museum in Oederan ist. Ein sehr schönes Projekt – wie ich finde – ist in Zwönitz das Projekt „Color Floating“. Das sind wunderbare Designerleuchten, die mit Strümpfen überzogen sind und über einem kleinen Teich in Zwönitz hängen. Damit werden die Traditionen des Kunsthandwerks und des Textilhandwerks in Zwönitz sichtbar. Damit wird diese Verbindung zwischen Tradition und Moderne und zu dem Unternehmen, das seit 30 Jahren wunderbare Strümpfe produziert – die Firma Falke –, sichtbar. Für mich ist es ein sehr schönes Projekt, das sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft weist. Das große Ziel ist, dass das BidBook Gäste aus dem Inund Ausland neugierig auf Chemnitz und auf die Region macht. Es wird auch Nachhaltigkeit bringen. Über 2 Millionen Gäste werden erwartet. Unsere Aufgabe ist es, in diesem Jahr diese 2 Millionen Gäste von unserer Region, von Chemnitz und von Sachsen zu überzeugen, damit sie später wiederkommen. Chemnitz 2025 wird auch Brücken bauen. Durch den deutsch-tschechischen Zukunftsfonds werden sehr viele tolle Projekte finanziert, die sichtbar machen, dass Kultur verbindet und nicht spaltet. „European Peace Ride“ ist ein tolles Projekt und eine spannende Idee, das im September in diesem Jahr grenzüberschreitend stattfinden und zur Völkerverständigung beitragen wird. Ich könnte noch sehr viel aufzählen – vielleicht für den Sommer noch eine Einladung, Susann Leithoff ist dort federführend dabei –: Bei diesem Augustusburger Musiksommer werden über zwei Monate lang „Visionen vom Berge“ durch hochkarätige Musikerinnen und Musiker aus gesamt Deutschland – natürlich mit der jungen Philharmonie – erklingen. Das ist ein Projekt, das wir uns nicht entgehen lassen sollten. Ich könnte noch unglaublich viel sagen, leider ist meine Redezeit zu Ende. Jedoch möchte ich den Abgeordneten, den Chemnitzerinnen und Chemnitzern, den vielen Partnern und den vielen Ehrenamtlichen Danke sagen. Ich wünsche mir, dass die Kraft der Kultur vom Kulturhauptstadtjahr Europa weiter in die Zukunft weist. Es ist ein unglaublich tolles Projekt und wir sollten uns diese Chance nicht nehmen lassen. Tagesordnungspunkt Einsetzung der Enquete-Kommission durch handlungsfähige Stärkung der Drucksache 8/553, Hierzu können die Fraktionen Stellung nehmen. Die Reihenfolge der ersten Runde: AfD, CDU, BSW, SPD, BÜNDNISGRÜNE, Die Linke, der fraktionslose Abgeordnete und zum Schluss die Staatsregierung, wenn sie möchte. Ich erteile der Fraktion AfD als Einreicherin das Wort. Herr Thumm.

Protokoll ↗