Ines Saborowski
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten – und heute ausnahmsweise auch einmal: Liebe Chemnitzerinnen und Chemnitzer! (Beifall Susanne Schaper, Die Linke) Ich finde es großartig, dass wir heute eine komplette Stunde meiner Heimatstadt Chemnitz widmen. Das Motto „C the Unseen“ – Sieh das Ungesehene – ist für uns mehr als ein Slogan. Es ist eine Einladung, eine Einladung auch an Sie, genauer hinzusehen, hinter Klischees zu blicken und die Geschichten einer Stadt und einer ganzen Region zu entdecken. Chemnitz, eine Stadt, die oft unterschätzt wurde – wir haben es schon gehört –, rückt aus dem Schatten ins Rampenlicht Europas, mit ihr eine Region voller Menschen, die anpacken, gestalten, Neues wagen. Chemnitz ist Kulturhauptstadt Europas 2025. Das ist für uns eine Auszeichnung, aber vor allem auch eine riesige Chance für die Stadt, für Mittelsachsen, für das Erzgebirge, für das Zwickauer Land, für uns alle, für Sachsen. Diese Kulturhauptstadt ist kein Prestigeprojekt einer Elite. Sie gehört den Menschen. Von Anfang an haben Bürgerinnen und Bürger, die freie Kulturszene, viele engagierte Akteure diesen Prozess mitgestaltet. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die unzähligen Macher, die oft im Stillen mit wenigen Worten einfach anpacken. (Beifall CDU, SPD und Staatsregierung) Chemnitz 2025 ist bodenständig und authentisch. Genau das macht es so besonders und erklärt manche Zurückhaltung. Doch was bedeutet das Ganze für die Stadt und die Region? Zum einen bedeutet es eine neue Sichtbarkeit; denn lange stand Chemnitz im Schatten von Leipzig und Dresden. Jetzt haben wir die Gelegenheit, unsere wahre Identität als kreative, mutige und gastfreundliche Stadt mitten im Herzen Europas zu zeigen. Nicht nur Chemnitz selbst, sondern auch 38 Kommunen in der Region werden Teil dieser Kulturhauptstadt sein. Kunst und Kultur verbinden Orte, die oft übersehen wurden, und machen sie erlebbar, zum Beispiel durch den Kunst- und Skulpturenweg PURPLE PATH, der unser Umland mit modernen Kunstwerken bereichert. Zum anderen ist es ein wirtschaftlicher Aufbruch für die gesamte Region; denn Kultur ist nicht nur ein weiterer Standortfaktor, sondern ein echter Motor für Wachstum. Neue Projekte ziehen Investitionen an, der Tourismus wird wachsen, Gastronomie, Handel und Handwerk werden profitieren. Chemnitz wird ein Magnet für kreative Köpfe und Unternehmen, die hiermit eine neue Chance sehen. Die Kulturhauptstadt ist ein Signal; hier passiert etwas. Es lohnt sich, hier zu bleiben und zu investieren. Chemnitz 2025 bedeutet mehr Zusammenhalt, mehr Begegnung, mehr Miteinander sowie Brücken zwischen Generationen, zwischen Stadt und Land, zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft zu bauen. Kultur schafft Räume des Austausches, sei es bei Festivals wie dem „Kosmos“ oder bei Projekten wie „Gelebte Nachbarschaft“, bei denen Bürgerinnen und Bürger gemeinsam ihr Stadtviertel begrünen und gestalten. Es geht darum mitzumachen, ein neues Wirgefühl und eine nachhaltige Stadtentwicklung zu schaffen – also etwas, das bleibt. Diese Kulturhauptstadt ist kein Ein-Jahres-Projekt, sie wird Chemnitz langfristig verändern. Leer stehende Gebäude werden neu belebt und öffentliche Räume aufgewertet. Orte wie die Hartmannfabrik oder der Garagen-Campus werden zu kreativen Hotspots. Mit starken Konzepten und innovativer Stadtplanung – ich denke in dem Moment auch an das Chemnitzer Modell, es ist einzigartig in Europa – wird Chemnitz die zukünftige Entwicklung positiv als Vorbild nehmen. Meine Damen und Herren! Das ist unsere Chance. Chemnitz 2025 ist mehr als ein Titel für uns. Es ist ein Versprechen. Es ist das Versprechen, dass wir uns nicht länger verstecken, unser Potenzial entfalten und den Wandel selbst gestalten. Lassen Sie uns das „C the Unseen“ mit Leben füllen. Lassen Sie uns zeigen, was in Chemnitz und seiner Region steckt! Lassen Sie uns gemeinsam die Gelegenheit ergreifen – mutig, optimistisch und gemeinsam! Chemnitz ist Kulturhauptstadt Europas, und die Welt ist eingeladen, uns neu zu entdecken. Machen Sie mit! Wir werden gute Gastgeber sein. Fühlen Sie sich herzlich eingeladen. Vielen Dank, dass Sie mir zugehört haben. (Beifall CDU, BSW, SPD, BÜNDNISGRÜNE, Die Linke, Matthias Berger, fraktionslos, und Staatsregierung) Dritter Vizepräsident Prof. Dr. Jörg Scheibe: Das war Frau Abg. Saborowski. Gibt es als Nächstes noch Redebedarf seitens der AfD-Fraktion? – Nein. BSW? – Bitte, Herr Rudolph.
