Alexander Dierks
Es ist wieder sehr gut hörbares Gemurmel im Raum. Ich bitte in Anbetracht des wichtigen Themas um etwas Ruhe. Dirk Panter, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz: Aber die Wahrheit ist eben auch, dass der Technologievorsprung, den wir im Bereich der Automobilindustrie in Deutschland hatten, durch die EMobilität aufgezehrt worden ist. Teilweise sind chinesische Fabrikate mindestens ebenbürtig, wenn nicht besser als deutsche E-Mobilitätsfahrzeuge. (Jörg Urban, AfD: Und günstiger!) – Vor allem auch günstiger, das ist so. – Fehlentscheidungen, die in Konzernen getroffen worden sind, können wir nicht ungeschehen machen. Was wir aber tun können, ist die Realität in den Blick zu nehmen. Wir haben in Deutschland weniger Pkw-Absatz insgesamt. Er ist seit der Pandemie von 6 Millionen auf 4 Millionen Fahrzeuge gesunken. Auch der Export ist nicht mehr so stark, wie er war. Wenn wir also versuchen, uns nur auf Sachsen zu konzentrieren, wird das nicht reichen. Wir dürfen nicht glauben, dass wir allein aus Sachsen heraus Maßnahmen anschieben könnten, um die fehlende Nachfrage nach 2 Millionen Pkw auszugleichen. Wir können aber die Vorzüge unseres Freistaates und der Industrie in den Fokus rücken. Gerade in der Region Südwestsachsen haben wir als herausragendes Pfund hervorragend ausgebildete Beschäftigte mit viel, teilweise jahrzehntelanger Erfahrung. Die können wir nutzen, denn wir wissen hier, wie Industrie geht, wir wissen, was harte Arbeit ist, und wir wissen in der Region auch, was Schichtarbeit ist. Außerdem haben wir ein ganz hervorragendes Netzwerk an Zulieferern im Bereich der Automobilindustrie. Wir haben außerdem eine hervorragende Zusammenarbeit mit Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die uns auch helfen kann. Dieser Dreiklang ist eine gute Ausgangsposition für weitere Veränderungen. Deshalb – ich habe es vorhin schon gesagt – werden wir als Staatsregierung diese Veränderungen in der Automobilindustrie aktiv begleiten. Ich möchte an dieser Stelle auch sagen, dass wir – und da darf ich sicherlich auch für den Ministerpräsidenten sprechen – uns für nichts zu schade sind und im Zweifelsfall nach Ingolstadt und Wolfsburg fahren werden oder auch dorthin, wo es weh tut. Das ist nicht die Frage, denn unsere Erwartung ist klar. Wir wollen, dass auch in Zukunft in Sachsen Autos produziert werden und dass wir uns gleichzeitig neue Felder erschließen können. (Mike Moncsek, AfD, meldet sich zu einer Zwischenfrage.)
